Putin-Vertrauter Prigoschin will von FBI-Fahndungsliste gestrichen werden

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Progoschin (r.) mit Putin

Der für seine engen Verbindungen zur Russlands Staatschef Wladimir Putin bekannte russische Unternehmer Jewgenij Prigoschin hat die US-Bundespolizei FBI aufgefordert, ihn von ihrer Fahndungsliste zu streichen. Das FBI müsse "sofort" die Aussetzung einer finanziellen Belohnung für seine Ergreifung und Auslieferung an die USA zurücknehmen, schrieb Prigoschin in einem Brief an FBI-Chef Christopher Wray, wie sein Unternehmen Concord am Mittwoch im Online-Dienst Wkontakte mitteilte.

Concord veröffentlichte den auf den 23. März datierten Brief Prigoschins an Wray. Darin schreibt Prigoschin, die Aussetzung einer Belohnung für seine Gefangennahme verstoße gegen "mehrere menschenrechtliche Grundsätze".

Die USA werfen Prigoschin eine Beteiligung an den russischen Einmischungsversuchen in die US-Präsidentschaftswahl 2016 vor. Das FBI sucht ihn wegen der "mutmaßlichen Beteiligung an einer Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten". Im Februar lobte die Behörde eine Belohnung von umgerechnet 210.000 Euro für die Ergreifung Prigoschins aus.

Concord zitierte Prigoschin mit den Worten: "Offensichtlich verdreht das FBI die Fakten und wendet betrügerische Methoden an. Es ist lustig: Betrüger versuchen, mich betrügerisch des Betrugs zu beschuldigen." Er sei ein "blitzsauberer" Mensch.

Prigoschin, der wegen regelmäßiger Catering-Dienste seines Unternehmens für den Kreml auch als "Putins Koch" bezeichnet wird, steht im Verdacht, die sogenannte Trollfabrik Internet Research Agency zu sponsern, die vor der US-Präsidentschaftswahl 2016 im Internet massiv für den Republikaner Donald Trump geworben haben soll.

Der Unternehmer soll zudem Verbindungen zu der russischen Söldnergruppe Wagner haben, die unter anderem im Libyen-Konflikt präsent sein soll. Im Oktober hatte die EU wegen der Vorwürfe Sanktionen gegen Prigoschin verhängt.

isd/ju