Quartalssaison: Apple bleibt der Fels in der Brandung

Es gibt Big Tech – und dann gibt es Apple. Auch im abgelaufenen Quartal konnte der wertvollste Konzern der Welt wegen starker Nachfrage nach den neuen iPhones die Analystenschätzungen übertreffen und verdiente trotz der wirtschaftlich herausfordernden Zeiten mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die neuen Modelle sind da: das iPhone 14 und 14 Plus (Foto: © Apple)
Die neuen Modelle sind da: das iPhone 14 und 14 Plus (Foto: © Apple)

Apple hat bei Vorlage seiner Geschäftsbilanz für das dritte Kalenderquartal 2022, das bereits das vierte des laufenden Geschäftsjahres des Kultkonzerns aus Cupertino ist, die Erwartungen der Wall Street erneut weitgehend übertroffen.

In den 92 Tagen zwischen Anfang Juli und Ende September erlöste der iKonzern mit 90,14 Milliarden Dollar immer noch 8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. CEO Tim Cook konnte die Analystenschätzungen, die noch bei 88,90 Milliarden Dollar gelegen hatten, damit deutlich schlagen.

Gewinn legt weiter zu

Das Konzernergebnis entwickelte sich ebenfalls über den Erwartungen: Die Konsensschätzungen, die noch bei einem Gewinn je Aktie von 1,27 Dollar gelegen hatten, wurden mit einem Profit je Anteilsschein von tatsächlich 1,29 Dollar knapp übertroffen. Gegenüber dem Vorjahresquartal, als der iPhone-Hersteller noch 1,24 Dollar je Aktie verdient hatte, legte der Gewinn je Anteilsschein damit abermals um 4 Prozent zu.

Auch unterm Strich konnte Apple die Gewinne trotz der wirtschaftlich herausfordernden Zeiten abermals steigern: Nach 20,55 Milliarden Dollar im dritten Kalenderquartal des Vorjahres wies der Techpionier aus Cupertino im abgelaufenen Vierteljahr nunmehr einen Nettogewinn von genau 20,72 Milliarden Dollar aus – ein Plus von einem Prozent.

iPhone-Absätze legen weiter zu

Als Lebensversicherung des iKonzerns erwies sich wieder einmal das iPhone, mit dem Apple dank seiner neu gelaunchten iPhone 14-Serie weiter wächst.

Nach 38,87 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum konnte Apple mit seinem iPhone im September-Quartal nunmehr 42,63 Milliarden Dollar umsetzen – eine Absatzsteigerung von knapp 10 Prozent, während die Wall Street allerdings gar mit einem Umsatzzuwachs auf 43,21 Milliarden Dollar gerechnet hatte.

Internetdienste wachsen schwächer als erwartet

Ebenfalls unter den Erwartungen der Analysten performte der Hoffnungsträger der Zukunft. Die Servicesparte verbuchte lediglich noch Umsatzzuwächse von 5 Prozent auf 19,20 Milliarden Dollar, während die Konsensschätzungen noch bei 20,1 Milliarden Dollar gelegen hatten.

Das Geschäft mit iTunes, dem App Store, Apple Music, der iCloud, Apple Care, Apple Pay, Lizenzgebühren (wie durch Googles vorinstallierte Suche auf iOS-Geräten), dem Gaming-Angebot Apple Arcade und dem Streaming-Dienst Apple TV+, das längst zum zweitgrößten Unternehmensbereich angewachsen ist, macht inzwischen 21 Prozent der gesamten Konzernerlöse und fast die Hälfte der iPhone-Absätze aus.

Wearables-Sparte wächst wieder

Zum Wachstumstreiber in Apples Bilanz avancierte in den vergangenen Jahren der relativ junge Geschäftsbereich “Wearables, Home and Accessories”, hinter dem sich in erster Linie das Geschäft mit der Apple Watch und den boomenden Drahtlos-Kopfhörern AirPods sowie dem smarten Lautsprecher HomePod verbirgt. (Ältere Apple-Produkte wie der iPod oder Apple TV sind ebenfalls in dem Segment zusammengefasst.)

Nach einem Quartal im Rückwärtsgang legte das jüngste Apple-Segment, angetrieben durch die Apple Watch Series 8 und die neuen AirPods-Segments, wieder deutlicher zu. Die Umsätze der Wearables-Sparte im dritten Kalenderquartal zogen von 8,78 Milliarden Dollar auf 9,65 Milliarden an – ein Plus von 10 Prozent. Die Analystenschätzungen, die noch bei 9,17 Milliarden Dollar gelegen hatten, wurden damit deutlich übertroffen.

Mac-Umsätze legen stark zu

Ebenfalls deutlich auf Wachstumskurs befindet sich Apples älteste Konzernsparte: die Mac-Unit. Das Computergeschäft zog dank Auffrischung der MacBooks in den vergangenen Monaten deutlich an: Nach Umsätzen von 9,17 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum erlöste Apple mit seiner Mac-Sparte nunmehr 11,51 Milliarden und übertraf damit die Konsensschätzungen der Wall Street sehr deutlich. Analysten hatten nämlich mit Zuwächsen auf 9,36 Milliarden Dollar gerechnet.

Die iPad-Sparte, deren Absätze in Zeiten der Pandemie in den vergangenen zwei Jahren massiv zugelegt hatten, entwickelte sich dagegen erneut schwächer als im Vorjahreszeitraum. Nach 8,25 Milliarden Dollar erlösten Apples Tablet-Macs im dritten Geschäftsviertel 2022 nunmehr 7,17 Milliarden Dollar – ein Minus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Analysten hatten noch mit Erlösen in Höhe von 7,94 Milliarden Dollar gerechnet.

Aktie legt nachbörslich sogar leicht zu

Im Gegensatz zu allen anderen Big Tech-Unternehmen, deren Aktien in den vergangenen Handelstagen teilweise schwer unter die Räder gekommen waren – Meta und Amazon verloren zeitweise mehr als 20 Prozent –, präsentierte sich Apple weiter als Fels in der Brandung.

Nach anfänglicher Schwäche dreht die Aktie nachbörslich sogar moderat ins Plus und notiert nunmehr bei 145 Dollar. Seit Jahresbeginn notiert die Apple-Aktie allerdings um 20 Prozent im Minus.