Weiter Rätselraten über mutmaßliche Prügel-Attacke von Simbabwes First Lady

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Grace Mugabe bei einem Treffen der Parteijugend im Juni

Nach den Prügel-Vorwürfen gegen Simbabwes First Lady Grace Mugabe herrscht weiter Unklarheit, ob die Präsidentengattin sich wegen ihrer mutmaßlichen Tat in Südafrika verantworten muss. Die Frau von Robert Mugabe berief sich am Mittwoch nach Angaben des südafrikanischen Polizeiministeriums auf ihre diplomatische Immunität. Am Wochenende will sie am Gipfeltreffen der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) in Südafrikas Hauptstadt Pretoria teilnehmen.

Der Sprecher der südafrikanischen Polizei, Vishnu Naidoo, sagte der Nachrichtenagentur AFP, den Beamten sei der Aufenthaltsort der 52-jährigen Verdächtigen bekannt. Die Ermittlungen würden fortgesetzt, bislang gebe es keinen Haftbefehl.

Zu dem Aufenthaltsort der simbabwischen Präsidentengattin machte Naidoo keine näheren Angaben. Medienberichte hatten nahe gelegt, dass Grace Mugabe nach ihrem mutmaßlichen Angriff auf das 20-jährige Model Gabriella Engels in Johannesburg fluchtartig in die simbabwische Hauptstadt Harare zurückgekehrt sei.

Engels beschuldigt Mugabe, sie am Sonntag in einem Hotel im vornehmen Johannesburger Geschäftsviertel Sandton mit einer elektrischen Verlängerungsschnur geschlagen und an der Stirn sowie am Hinterkopf verletzt zu haben. In sozialen Online-Medien kursierten Bilder von Engels mit einer blutenden Kopfwunde.

Am Montag erstattete das Model Anzeige. Mugabe soll der jungen Frau vorgeworfen haben, mit ihren beiden Söhnen Robert und Chatunga, die in Johannesburg leben, ausgegangen zu sein und mit ihnen gefeiert zu haben. Engels sagte der Nachrichten-Website "News 24", die First Lady sei "ausgeflippt" und habe immer weiter zugeschlagen. "Ich musste aus dem Zimmer krabbeln, bevor ich weglaufen konnte."

Während der tätlichen Auseinandersetzungen seien die Söhne Mugabes im Nachbarraum gewesen, hatte Engels zuvor geschildert. "Meine Stirn ist aufgeschlagen - ich bin ein Model und verdiene mein Geld mit meinem Aussehen!"

Die in Südafrika geborene Grace Mugabe hat mit ihrem 93-jährigen Ehemann außer den beiden Söhnen noch eine Tochter. Die als prunksüchtig geltende ehemalige Sekretärin des Staatschefs hält bei Kundgebungen in Simbabwe regelmäßig Ansprachen und wird mitunter als Nachfolgerin Mugabes gehandelt, der zunehmend Spuren von Altersschwäche aufweist.

Schon jetzt ist Grace Mugabe Vorsitzende des Frauenverbands der Regierungspartei Afrikanische Nationalunion Simbabwes - Patriotische Front (ZANU-PF). Die Präsidentschaftswahl steht kommendes Jahr an.

Mugabe hatte das ehemalige Rhodesien 1980 in die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien geführt. Er war zunächst Regierungschef, bevor er 1987 Präsident wurde. Seine Gegner werfen ihm einen autoritären Regierungsstil vor und machen ihn für die grassierende Misswirtschaft verantwortlich. Simbabwes Ökonomie lahmt seit langem, die Bevölkerung hat mit hohen Inflationsraten zu kämpfen, viele Menschen haben das Land verlassen.

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