Rösler gibt sich in Führungsdebatte kampfbewusst

FDP-Chef: "Ich gebe nicht auf"

In der anhaltenden Führungsdebatte der Liberalen will FDP-Parteichef Philipp Rösler seinen Kritikern die Stirn bieten. "Ich gebe nicht auf, im Gegenteil: ich kämpfe für den Erfolg der FDP", sagte Rösler der "Bild am Sonntag". Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) bekräftigte im Deutschlandfunk seine Forderung nach einer Teamlösung für die Bundestagswahl.

Er sei im niedersächsischen Landtagswahlkampf "mit vollem Einsatz und persönlicher Leidenschaft dabei", sagte Rösler der "BamS". "Rot-Grün ist eine Gefahr für mein Heimatland", eine solche Koalition müsse durch die FDP verhindert werden. Mit Blick auf Niebels wiederholte Forderungen nach einer Teamlösung sagte Rösler: "Auf den Wahlkampf müssen wir uns jetzt alle in der FDP konzentrieren. Das gilt auch für diejenigen, die seit Wochen wiederholt innerparteiliche Debatten anzetteln und damit dem Erfolg der FDP schaden."

Niebel (FDP) sagte dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag", es wäre "ein Zeichen von innerparteilicher Demokratie", wenn sich auf dem FDP-Bundesparteitag im Mai mehrere Kandidaten um das Amt des Bundesvorsitzenden bewerben würden. Die FDP müsse mit dem "stärkstmöglichen Führungsteam" in die Wahl gehen, forderte das FDP-Präsidiumsmitglied.

Im Deutschlandfunk erneuerte Niebel seine Feststellung, der Parteichef müsse nicht zwangsläufig Spitzenkandidat werden. "Guido Westerwelle ist Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen, übrigens ohne Landesvorsitzender zu sein, ich bin Spitzenkandidat in Baden-Württemberg, ohne Landesvorsitzender zu sein. Philipp Rösler ist übrigens Spitzenkandidat in Niedersachsen, ohne Landesvorsitzender zu sein."

Westerwelle, Röslers Vorgänger als Parteichef, mahnte die FDP zur Geschlossenheit. "Ich rate meiner Partei, sich mit Ausdauer und voller Kraft den politischen Problemen zu widmen", sagte der Außenminister der Zeitung "Sonntag Aktuell". Der FDP-Bundestagsabgeordnete Patrick Meinhardt kritisierte, die Parteibasis habe "keinerlei Verständnis mehr für die immer neuen täglichen Personalquerelen".

Sowohl in Niedersachsen als auch im Bund liegt die FDP in den meisten Umfragen unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde. Mehrere FDP-Politiker hatten in den vergangenen Tagen Zweifel erkennen lassen, ob Rösler als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl geeignet sei.

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