Nun drei offizielle Kandidaten für CDU-Vorsitz

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Norbert Röttgen (AFP/Tobias SCHWARZ)

Für den Parteivorsitz der CDU gibt es nun drei offizielle Kandidaten: Der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz und der Außenpolitik-Experte Norbert Röttgen erhielten am Montagabend von ihren Heimatkreisverbänden die notwendige Unterstützung für ihre Kandidatur. Noch-Kanzleramtsminister Helge Braun war bereits am Freitag von seinem Kreisverband nominiert worden.

Merz erhielt nun die formelle Unterstützung seines Heimatkreisverbandes Hochsauerland für seine Bewerbung um die Nachfolge von CDU-Chef Armin Laschet, wie es aus Parteikreisen hieß. Für den 66-Jährigen ist es schon der dritte Anlauf, Parteivorsitzender zu werden. 2018 musste er Annegret Kramp-Karrenbauer den Vortritt lassen und Anfang dieses Jahres dann Laschet.

Von 2000 bis 2002 war Merz bereits Unionsfraktionschef im Bundestag, wurde auf dem Posten aber von der späteren Bundeskanzlerin Angela Merkel verdrängt. 2009 schied Merz aus dem Bundestag aus und ging in die Wirtschaft. Bei der diesjährigen Bundestagswahl zog er wieder als Abgeordneter ins Parlament ein. Im Wahlkampf war er im "Zukunftsteam" des CDU-Kanzlerkandidaten Laschet für Wirtschaft und Finanzen zuständig gewesen.

Der 56-jährige Bundestagsabgeordnete Röttgen unternimmt seinen zweiten Anlauf für den Parteivorsitz. Bei der Parteitagsabstimmung im Januar war der frühere Bundesumweltminister hinter Laschet und Merz auf dem dritten Platz gelandet. Röttgen wurde jetzt vom Vorstand seines CDU-Heimatkreises Rhein-Sieg einstimmig zum Kandidaten ernannt, wie er selbst im Onlinedienst Twitter mitteilte.

Seine erneute Kandidatur hatte Röttgen bereits in der vergangenen Woche angekündigt. Zugleich gab er bekannt, dass er im Fall seiner Wahl die 39-jährige Bundestagsabgeordnete Franziska Hoppermann aus Hamburg als Generalsekretärin vorschlagen wolle.

Braun wiederum wurde am Freitag von seinem Heimatkreisverband Gießen zum Parteivorsitzkandidaten ernannt. Für die Kandidatur für den Parteivorsitz benötigen Bewerber die Nominierung durch einen Bezirks- oder Kreisverband der CDU.

Während die Kandidaturen von Röttgen und Merz erwartet worden waren, kam Brauns Bewerbung als Überraschung. Der 49-Jährige ist seit März 2018 Kanzleramtsminister und ein enger Vertrauter der scheidenden Kanzlerin Merkel. Dem Bundestag gehört er seit 2002 an. Braun ist studierter Mediziner. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Gestaltung von Merkels Corona-Politik.

Nach dem historisch schlechten Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl stimmen im Dezember erstmals in der Parteigeschichte die rund 400.000 CDU-Mitglieder über die Neubesetzung des Spitzenpostens ab. Die Frist zur Nominierung von Kandidaten läuft noch bis Mittwoch. Bis Anfang Dezember können sich die Bewerber dann der Parteibasis vorstellen. Offiziell ins Amt gewählt wird der neue CDU-Chef auf einem Parteitag am 21. und 22. Januar in Hannover.

dja/isd

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