So steht es wirklich um Federer

SPORT1
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Es zieht sich hin beim Tennis-Superstar: Roger Federer macht weiterhin nur kleine Fortschritte auf dem Weg zu seiner Rückkehr auf die ATP-Tour.

Der Schweizer, der sich im Februar und im Juni Knie-Operationen unterziehen lassen musste, wird erst im nächsten Jahr wieder Turniere spielen.

Somit steht fest: Ende 2020 wird Federer lediglich ein Turnier und sechs Matches bestritten haben.

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Denn: An ein normales Trainingspensum ist bei dem 39-Jährigen aktuell nach wie vor nicht zu denken. "Mehr als zwei Stunden mit dem Racket liegen im Moment nicht drin", erklärte Federer nun m Interview bei der Schweizer Illustrierten.

Und fügte an: "Aber ich arbeite schon eine Weile absolut schmerzfrei an Kondition und Kraft. Weitere Operationen wird es nicht geben."

Federer sieht Nadals French-Open-Sieg zu Hause

Gleichwohl ist also weiterhin Geduld beim Altmeister gefragt.

So verfolgte Federer die Grand Slams in New York vor dem Fernseher und sah, wie Rafael Nadal bei den French Open vor wenigen Wochen seinen 20. Major-Titel holte - um damit in der ewigen Rangliste zu Federer aufzuschließen.

Federer bleibt nach Außen hin jedoch gelassen und betont, es sei für ihn unproblematisch, langsamer als erhofft Fortschritte zu machen. "Ich werde erst ins Turnier-Geschehen eingreifen, wenn ich zu hundert Prozent fit bin", sagt der Maestro.

Federer Pleite gegen Djokovic bis dato letztes Match

Zumindest hat Federer aber einen Plan für den Comeback-Zeitpunkt: die Australian Open im Januar 2021.

Dort hatte er in diesem Jahr auch sein letztes Match bestritten und angeschlagen im Halbfinale gegen den späteren Champion Novak Djokovic verloren. "Es sieht derzeit danach aus, dass ich mein Comeback bei den Australian Open im Januar geben kann", so der Ausnahme-Akteur.

Trotz der langen Verletzungspause und fast 40 Lebensjahren denkt Federer - in der durch Corona durcheinandergewürfelten Weltrangliste immer noch auf Position vier geführt - noch längst nicht an das Ende seiner Karriere. "Solange ich Spaß habe und es für uns alle stimmt, mache ich weiter", gab der Rechtshänder zu Protokoll.

Federer gestand aber auch, seit Längerem schon über die Zeit nach seiner Tennislaufbahn zu grübeln: "Diese Gedanken beschäftigen mich schon seit etwa fünf Jahren konkret. Danach werde ich den Fokus auf meine Familie, meine Stiftung und meine Sponsoren legen. Business-Ideen und Unternehmertum interessieren mich sehr. Aber ich will auf keinen Fall jetzt schon alles verplanen."

Federer-Comeback wohl bei Australian Open

Komplett auf Federer verzichten müssen seine Fans nach dessen letztem offiziellen Match auf dem Platz dennoch nicht. "Ich kann mir vorstellen, Schaukämpfe zu bestreiten, Tennis an Orte zu bringen, wo dieser Sport noch wenig Beachtung findet", kündigte der achtfache Wimbledon-Sieger an.

Zunächst soll aber das Comeback bei den Profis gelingen.

Kurios: Bereits 2017 hatte Federer nach einer Meniskus-Operation und einem halben Jahr ohne Matchpraxis seine Rückkehr bei den Australian Open gefeiert - und das Turnier dann völlig überraschend in einem epischen Finale gegen Nadal gewonnen.

Nun arbeitet Federer daran, dass es zur Wiederholung der Ereignisse kommt.