Racing-Point-Technikchef: Regularien 2021 größter Umbruch seit Ground-Effect

Maria Reyer

Die geplante Formel-1-Revolution 2021 wird die größte Regeländerung bei der Aerodynamik sein, seit Anfang der 1980er-Jahre der Ground-Effect entdeckt wurde. Das prophezeit zumindest der Technische Direktor von Racing Point, Andrew Green, gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Schon 2019 wurden die Flügelchen beschnitten, doch 2021 werde eine Revolution folgen.

Mit einfacheren Front- und Heckflügeln, veränderten Bremsschächten und Bargeboards soll es den Fahrern einfacher gemacht werden, andere Autos zu überholen. Diese Änderungen stellen eine erste Bewährungsprobe für den größeren Umsturz in zwei Jahren dar. Allerdings werden die Teams nicht viele Erkenntnisse mitnehmen können, glaubt Green im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Das werden große Abweichungen zu den 2019er-Änderungen sein. 2021 werden die umfangreichsten Aero-Regularien eingeführt, die es jemals gegeben hat - seit wir den Ground-Effect losgeworden sind. So eine Veränderung wird das sein." Green freut sich bereits auf die neue Herausforderung und erinnert mit seinem Vergleich an jene Autos, die in den späten 1970er- und frühen 80er-Jahren in der Formel 1 gefahren wurden.

Das Lotus-Team von Colin Chapman experimentierte mit dem Bodeneffekt, der für zusätzlichen Anpressdruck sorgte. Durch diesen Effekt erhöhten sich die Kurvengeschwindigkeiten rasant. Das führte zu gefährlichen Situationen, weshalb die Regelhüter 1983 eingriffen und mit neuen Bestimmungen für Unterboden und Seitenkästen den Effekt praktisch verboten.

Für 2021 erwartet Green einen "Tsunami" an Arbeit, daher hofft der Technikchef auf Kontinuität in den Regeln bis dorthin. Die Regelhüter haben bereits an verschiedenen Konzepten für 2021 gearbeitet und Tests im Windkanal durchgeführt. Das große Ziel soll sein, das Racing mit neuen Autos zu verbessern, gleichzeitig aber auch die Optik zu verschönern.

"Es wurde noch nie so viel geforscht für ein Reglement, was allerdings auch nicht schwierig ist, da zuvor überhaupt nichts gemacht wurde. Sie werden nicht alles hinbekommen, das ist klar, aber es ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. 2021 werden wir ein komplett anderes Konzept eines Autos sehen", glaubt Green. Für Ingenieure sei das eine aufregende, neue Herausforderung. "Diese Autos werden einen großen Unterschied ausmachen, das wird ein massiver Schritt sein."

Mit Bildmaterial von LAT.