Radrennen: Kölns verpasste Chance zur Tour de France 2017

Artur Tabat hätte Köln mit einem Sponsor in die Streckenführung integrieren können.

Die Tour de France hat eine neue Tradition entwickelt, von der Düsseldorf und nun auch Köln profitieren. Am Abend der letzten Etappe der Tour 2016 hat Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel auf dem Siegerpodest des größten Radrennens der Welt in Paris eine Trophäe erhalten, die nur der Ausrichter des Grand Départs, des großen Starts, erhält.

Düsseldorf steht ja nun nur noch 72 Tage vor dem Beginn der Frankreich-Rundfahrt am 1. Juli. Die schwere silberfarbene Wander-Trophäe, die seit 2013 im Umlauf ist und ansonsten vor Geisels Büro ihren Platz gefunden hat, ist bis zum 23. April im Kölner Sport & Olympia Museum ausgestellt.

Drittgrößtes Sportereignis der Welt

Das drittgrößte Sportereignis der Welt wird am 1. Juli und zum Start der zweiten Etappe am 2. Juli Bilder von Düsseldorfs Innenstadt hinaus in die Welt tragen, die Tour ist in 190 Ländern zu empfangen. In diesem Fall jedoch kann Köln nur zuschauen. Tour-Direktor Christian Prudhomme hatte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ bereits im Januar 2016 mitgeteilt, bisher „nichts von Köln gehört zu haben“, was eine Integration in den Streckenverlauf der Tour de France 2017 betrifft.

Und Artur Tabat, der Organisator des Rennens „Rund um Köln“, wundert sich immer noch darüber, „dass niemand von der Stadt Köln an mich herangetreten ist. Ich bin sicher, ich hätte einen Sponsor für eine Sprintwertung in der Stadt gefunden. Als ich davon erfahren habe, war es zu spät. Da stand die Streckenführung schon fest“. Bei der zweiten Etappe, die von Düsseldorf nach Lüttich führt, hat Mönchengladbach den Zuschlag für einen solchen Zwischensprint erhalten. Dieter Sanden, Leiter des Kölner Sportamts, bestätigt, dass sich die Stadt nicht an Tabat gewandt hat und dass man sich von Stadtseite auch nicht darum bemüht hat, Teil der zweiten Etappe zu sein: „Man kann kein Interesse bekunden, wenn man weiß, dass dafür kein einziger Cent zur Verfügung steht.“

Am Rande der Belastung

Da Köln 2017 schon mit Paris zusammen die Eishockey-WM ausrichtet (5. bis 21. Mai), dazu noch das Final-Four-Turnier der Handball Champions League (3./4. Juni) und das DFB-Pokalfinale der Frauen (27. Mai) sei man am Rande der Belastung angekommen. Aber gerade da wollte Tabat mit der Organisation eines Sponsors ja helfen. Im Übrigen, betont Sanden, sei man ja ständig im Austausch mit Tabat, da hätte er ja auch auf die Stadt zukommen können. Jetzt sei es eben so, dass Düsseldorf mit Köln gleichziehe, – „denn 1965 hatten wir den Tour-Start am Dom“. Ein bisschen neidisch sei man schon, dass Düsseldorf das Geld habe, sich den Grand Départ leisten zu können.

Ganz anders stellte sich die Situation beim Giro d’Italia 2002 dar. Damals startete die zweite Etappe von Köln nach Lüttich – und „da habe ich das Rennen nach Köln geholt mit Sponsoren“, sagt Tabat. „Damals hatten wir das Geld dafür“, sagt Sanden. „Das war ein überschaubarer fünfstelliger Betrag. Bei der Tour werden ja ganz andere Summen aufgerufen.“

12,5 bis 13 Millionen Euro

Diese ganz anderen Summen belaufen sich im Fall von Düsseldorf nach Anpassung des Sicherheitskonzepts auf „eine Größenordnung von etwa 12,5 bis 13 Millionen Euro“, wie Geisel sagt. Ursprünglich hatte man mit elf Millionen Euro kalkuliert. Dem stehen Sponsoren-Einnahmen von acht Millionen Euro gegenüber. Geisel betont, dass „wir dafür sorgen werden, dass ein Maximum an Sicherheit gewährleistet ist“....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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