Radverkehr kann man bald studieren

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Radverkehr wird Uni-Fach: An sieben deutschen Hochschulen wird der neue Studiengang eingeführt. Damit soll der Radverkehr gestärkt werden. 8,3 Millionen Förderung fließen dafür vom Bund.

Student using laptop at Goethe University in Frankfurt, Germany
(Bild: Getty)

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat sieben deutschen Hochschulen Zukunftsschecks für die Stiftungsprofessuren „Radverkehr“ übergeben. Damit soll die umfassende Forschung und Lehre zu Radverkehr sowie nachhaltiger Mobilität gestärkt werden.

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Im Vorfeld hatte das BMVI dafür eine Förderung von insgesamt 8,3 Millionen Euro ausgeschrieben. 33 Hochschulen hatten daraufhin Interesse bekundet.

An sieben davon wird es künftig spezialisierte Masterstudiengänge geben:

· Bergische Universität Wuppertal

· Frankfurt University of Applied Sciences

· Hochschule Technik und Wirtschaft Karlsruhe

· Hochschule RheinMain Wiesbaden

· Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel

· Technische Hochschule Wildau

· Universität Kassel

Die Verfahren zur Einrichtung der Professuren sollen laut BMVI noch in diesem Jahr beginnen. Ab 2021 können die ersten Studenten mit dem Uni-Fach starten. Je nach Hochschule unterscheiden sich die Studiengänge im Detail.

So liegen die Schwerpunkte an der Uni Kassel etwa bei „Planung und Entwurf von Anlagen des Rad- und Fußverkehrs“ und der „Verkehrssicherheit“, während der Studiengang an der Ostfalia Hochschule sich hauptsächlich auf die Ausbildung von Radverkehrs-Fachkräften für Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft konzentriert.

Möglichst alle Bereiche sollen abgedeckt werden

Damit solle sowohl die Forschung und Bildung in wichtigen Radverkehrsaspekten sichergestellt werden, als auch neue Technologien erarbeitet werden, um „dringend benötigte Fachkompetenz für die Zukunft“ aufzubauen, so das BMVI.

Bereits im Februar übergab Bundesminister Andreas Scheuer in Berlin die Förderungen an Hochschulen. „Wir stärken Radfahrern den Rücken! Radverkehr muss als gleichberechtigtes Verkehrsmittel von Anfang an mitgedacht werden – sei es in der Gesetzgebung, in der Verkehrsplanung oder in der Innovationsforschung. Deshalb fördern wir den Radverkehr jetzt als Uni-Fach. Wir stellen den Radfahrern Verbündete an die Seite, die ihr Know-How in Zukunft gezielt vor Ort und in den Städten und Kommunen einsetzen können. So geben wir den Radfahrern eine starke Stimme und machen den Umstieg aufs Rad noch attraktiver“, so der Verkehrsminister.

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Gestartet wurde die Förderung „Stiftungsprofessuren Radverkehr“ im Rahmen des sogenannten „Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) 2020“. Der soll Bund, Ländern und Kommunen konkrete Maßnahmen aufzeigen, um den Radverkehr zu stärken. Dazu gehöre die Verkehrssicherheit über die Infrastruktur ebenso wie Elektromobilität, Fahrradtourismus bis hin zur Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln.

Erweiterte Fördermöglichkeiten

Über die Stiftungsprofessuren hinaus stellt der BMVI noch weitere Förderungen in Aussicht. So sollen innovative Projekte, die zur Verbesserung des Radverkehrs beitragen von 2020 bis 2023 mit 125 Millionen Euro gefördert werden. Weitere 657 Millionen Euro will der BMVI für das künftige Sonderprogramm „Stadt und Land“ zur Verfügung stellen. Bis 2023 soll damit der flächendeckende Neu-, Um- und Ausbau von sicheren Radverkehrsnetzen gefördert werden.