Ukrainische Raketentrümmer in Belarus schüren Kriegsangst

Trümmer einer mutmaßlich ukrainischen Flugabwehrrakete auf belarussischem Gebiet schüren Befürchtungen einer Beteiligung des Nachbarlandes am russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Das belarussische Außenministerium bestellte den ukrainischen Botschafter ein und forderte eine gründliche Untersuchung des Raketenabschusses. Es müsse ausgeschlossen werden, dass sich solch ein Vorfall wiederhole.

Oleg Konovalov, militärischer Kommissar in der belarussischen Region Brest, in der die Trümmer gefunden wurden, erläuterte den Vorfall: "Am Vormittag wurde eine mutmaßliche Flugabwehrlenkwaffe des S-300-Komplexes der ukrainischen Streitkräfte auf dem Gebiet des Bezirks Iwanowsky registriert. Die Situation ähnelt der, die sich vor kurzem mit dem Einschlag einer Rakete desselben Typs auf dem Gebiet Polens ereignet hat. Die Anwohner haben absolut nichts zu befürchten."

Mitte November war eine Rakete im Grenzgebiet Polens zur Ukraine eingeschlagen und hatte zwei Menschen getötet. Der Westen geht davon aus, dass es eine ukrainische Flugabwehrrakete war, die gegen russische Angriffe benutzt wurde.

Russische Truppenpräsenz in Belarus

Der belarusssiche Präsident Alexander Lukaschenko hatte russischen Truppen die Militärbasen in dem Land für Angriffe auf die Ukraine überlassen.

In der Ukraine wächst die Sorge, dass Russland von Belarus aus einen neuen Angriff starten könnte. Ein solcher Raketenfund könnte von Belarus und Russland als Vorwand genutzt werden, um an der nördlichen Grenze der Ukraine eine zweite Front zu eröffnen.

Ukrainisches Militär schießt 54 russische Raketen und Marschflugkörper ab

Der ranghöchste ukrainische General Saluschny teilte über den Kurznachrichtendienst Telegram mit, man habe 54 von insgesamt 69 feindlichen Geschossen abfangen können. Deren Ziel sei erneut die Versorgungs-Infrastruktur in der Ukraine gewesen. Zuvor hatten die ukrainischen Behörden eine weitere massive Angriffswelle gemeldet. In mehreren Städten gab es schwere Explosionen, unter anderem in Charkiw und in der Haupstadt Kiew.

Angriffswelle mit Kamikaze-Drohnen

Bereits gestern sind russische Drohnen iranischer Produktion gegen Ziele im Süden und Osten des Landes abgefeuert worden. Betroffen waren die Regionen Dnipro, Donezk, Saporischschja und Charkiw. Nach Berichten der ukrainischen Agentur Unian wurden zahlreiche der unbemannten Fluggeräte abgeschossen. Die Angaben konnten bisher nicht unabhängig überprüft werden.