Ranghoher tibetischer Mönch heiratet überraschend seine Jugendfreundin

Thaye Dorje sieht sich als Wiedergeburt des Karmapa Lama

Nach einem jahrelangen Streit um seinen Titel hat einer der wichtigsten Würdenträger des tibetischen Buddhismus völlig überraschend geheiratet: Der 33-jährige Mönch Thaye Dorje, der seit seiner Kindheit als Karmapa Lama verehrt wird, heiratete bei einer privaten Zeremonie im indischen Neu Delhi seine Jugendfreundin, die 36-jährige Rinchen Yangzom, wie sein Büro am Donnerstag mitteilte.

Der Karmapa Lama ist das geistige Oberhaupt einer der vier Schulen des tibetischen Buddhismus. Viele Anhänger der Karma-Kagyü-Tradition und auch der Dalai Lama, das geistige Oberhaupt der Tibeter, unterstützen mit dem Mönch Urgyen Trinley allerdings einen anderen Anwärter auf den Titel. Der Konflikt spaltet die tibetischen Buddhisten seit Jahren.

Nach seiner Hochzeit zieht sich Thaye Dorje nun aus der Mönchsgemeinschaft zurück: Weil buddhistische Mönche nicht heiraten dürfen, löste er sein Gelübde auf.

In einer Erklärung gab sich der 33-Jährige überzeugt, dass seine Heirat nicht nur "positive Auswirkungen" auf sein eigenes Leben, sondern auch auf die Karma-Kagyü-Linie haben werde. Aus der Entscheidung werde "etwas Schönes, etwas Vorteilhaftes für uns alle hervorgehen". Nach Angaben seines Büros will Thaye Dorje aber weiter die Aufgaben des Karmapa Lama erfüllen und etwa weltweit Vorträge halten.

Thaye Dorje wurde in Tibet geboren. Sein Vater ist ebenfalls ein ranghoher buddhistischer Geistlicher, seine Mutter entstammt dem tibetischen Adel. Laut seiner offiziellen Biografie bezeichnete er sich bereits im Alter von anderthalb Jahren als Wiedergeburt des Karmapa Lama.

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