Rap-Star Kanye West erklärt Donald Trump seine Liebe

Kanye West bei seinem Besuch im Weißen Haus

Rap-Star Kanye West mag Donald Trump - und hat seine Zuneigung bei einem Treffen mit dem US-Präsidenten am Donnerstag im Weißen Haus auf skurrile Art und Weise zum Ausdruck gebracht. "Ich liebe diesen Typen", sagte West, sprang von seinem Sitz auf und umarmte Trump, der hinter seinem Schreibtisch im Oval Office saß. Der Auftritt machte Trump ausnahmsweise weitgehend sprachlos.

Der Musiker war gemeinsam mit Ex-Footballstar Jim Brown zum Mittagessen ins Weiße Haus eingeladen worden, um über eine Gefängnisreform zu sprechen. West verwandelte den zuvor angesetzten Fototermin in eine der wohl seltsamsten Begegnungen in der Geschichte des berühmten Büros der US-Präsidenten.

Mit unglaublicher Geschwindigkeit und gespickt mit unflätigen Ausdrücken sprach der Ehemann von Reality-Star Kim Kardashian rund zehn Minuten lang über Trumps protektionistische Handelspolitik, ein Wasserstoffflugzeug als Präsidentenmaschine, Schusswaffengewalt unter Afroamerikanern und "unendliche Mengen Universums". Dazwischen verriet er viel Persönliches: Über fehlende "männliche Energie" in Wests Elternhaus, seine Ehe mit Kim Kardashian, seine diagnostizierte bipolare Störung, bei der es sich in Wahrheit nur um Schlafmangel handle.

Dabei trug der 41-jährige Musiker provokativ die rote Kappe mit Trumps Wahlkampfspruch "Make Amerika Great Again", die ihm bei Trumps Gegnern viel Kritik eingebracht hatte. Diese Kappe sei etwas Besonderes, sagte West: "Immer wenn ich sie anziehe, fühle ich mich wie Superman".

"Das war ein Erlebnis", sagte Trump nach Wests bizarrem Redeschwall. "Das kam von Herzen, ich habe es nur kanalisiert", antwortete der Rapper. Der Präsident habe wohl nicht erwartet, "von so einem verrückten Scheißkerl (motherfucker) wie Kanye West" unterstützt zu werden, sagte er, während Trumps Mitarbeiter und Medienvertreter sichtlich nach Luft rangen.

Trump revanchierte sich für Wests Liebesbezeugungen. Der Musiker, dessen Unterstützung für ihn untypisch für die eher linksgerichtete US-Unterhaltungsindustrie ist, habe das Zeug zum Präsidenten, befand der 72-jährige Amtsinhaber. West wiegelte ab: Er wolle Trumps Wiederwahl im Jahr 2020 nicht im Weg stehen - und fügte hinzu, "erst nach ihm, 2024". Tatsächlich lässt sich Wests Auftritt als Wahlkampfhilfe für den bei afroamerikanischen Wählern unbeliebten Präsidenten verstehen.

Doch sein Auftritt im Weißen Haus schien West nicht zu genügen: Nachdem er vor den Kameras sein iPhone freigeschaltet hatte, so dass sein Code 00000 deutlich zu sehen war, suchte er einen Apple-Laden auf. Und redete erneut langatmig über Trumps rote Wunderkappe.