Rasanter Anstieg bei Zahl der Corona-Neuinfektionen hält an

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Schild in Berlin
Schild in Berlin

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt in Deutschland noch immer rasant an. Am Samstag meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) mit mehr als 23.000 neuen Fällen wieder einen Rekordstand. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mahnte zur Geduld, bis der seit knapp einer Woche geltende Teil-Lockdown seine Wirkung zeigen könne. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern verständigten sich derweil auf eine gemeinsame Impfstrategie.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Samstag unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter 23.399 neue Corona-Ansteckungsfälle innerhalb eines Tages. Damit wurde der erst am Vortag bekanntgegebene Rekordwert von 21.506 Fällen deutlich übertroffen. 

Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland laut den jüngsten Zahlen des RKI 642.488 Infektionen registriert. Die Zahl der mit dem Coronavirus in Zusammenhang stehenden Todesfälle in Deutschland stieg demnach auf 11.226 - dies waren 130 mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag bei etwa 412.000.

Knapp eine Woche nach Beginn des Teil-Lockdowns mahnte Bayerns Ministerpräsident Söder zur Geduld. "Wir brauchen mindestens zwei Wochen, um den Erfolg der Maßnahmen bewerten zu können", sagte Söder der "Rheinischen Post". Jetzt gelte es, "Geduld zu bewahren". Der CSU-Chef warnte zudem: "Es wäre falsch, die Therapie frühzeitig abzubrechen."

"Es ist ohnehin der mildeste Lockdown, den es derzeit in Europa gibt", sagte Söder. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Maßnahmen den rasanten Anstieg bei den Corona-Infektionszahlen bremsen werden: "Der Lockdown light wird wirken." Die Medizin sei bitter, aber notwendig. "Ich hoffe, die Dosis reicht", sagte der Ministerpräsident.

Seit Montag gelten bundesweit wieder verschärfte Corona-Regeln. So bestehen Kontaktbeschränkungen für Treffen in der Öffentlichkeit, zudem sind Restaurants, Kneipen und Kultureinrichtungen geschlossen. 

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern verständigten sich auf eine Strategie für Impfungen gegen das Coronavirus. Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder habe gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein "einheitliches und abgestimmtes Vorgehen zur Versorgung mit Impfstoffen" beschlossen, teilte die amtierende GMK-Vorsitzende, die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), mit. Der Beschluss sieht unter anderem vor, dass der Bund die Impfstoffe beschafft und finanziert. Die Länder errichten Impfzentren.

Von den Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie betroffene Studenten können derweil im gesamten Wintersemester auf Überbrückungshilfen der Bundesregierung hoffen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) zeigte sich in der "Rheinischen Post" offen dafür, die Nothilfen bis zum Ende des Semester zu zahlen. Die Hilfen sollen zunächst im November wieder eingesetzt werden. Sie richten sich etwa an Studenten, die wegen der Corona-Pandemie ihre Nebenjobs verloren haben.

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, warnte vor einer erneuten Isolierung von Pflegeheim-Bewohnern im Zuge der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. "Ich höre bereits wieder von Angehörigen, dass pauschale Besuchsverbote für stationäre Pflegeeinrichtungen ausgesprochen wurden", sagte Westerfellhaus den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Das ist nicht zu akzeptieren." Besuche und soziale Kontakte seien für die Bewohner von Pflegeeinrichtungen von essenzieller Bedeutung. 

cax/jes