Rassismus in der "Sesamstraße"? Vorfall in Freizeitpark Sesame Place sorgt für Empörung

·Freier Autor für Yahoo

Ein Vorfall in einem "Sesamstraße"-Freizeitpark in den USA sorgt im Netz für einen Sturm der Entrüstung. Viele Nutzer wittern im Verhalten eines Mitarbeiters gegenüber zwei schwarzen Kindern Rassismus. Der Betreiber des Parks spricht von "Missverständnis".

SAN DIEGO, CA - JANUARY 09:  Sesame Street characters Rosita (L) and Elmo perform on stage at Sesame Street and HBO Host Free Museum Day with a special performance by Elmo and Friends at The New Children's Museum on January 9, 2016 in San Diego, California.   (Photo by FilmMagic/FilmMagic)
Die beliebten "Sesamstraße"-Charaktere Rosita (links) and Elmo (Bild: FilmMagic/FilmMagic)

Für Aufruhr sorgt im Netz ein Video, das in einem "Sesamstraße-"Themenpark in den USA aufgenommen wurde. Ist aber das Verhalten der Person im Kostüm eines beliebten "Sesamstraße"-Charakters, die mit zwei schwarzen Kindern anscheinend nicht intergeragieren will, wirklich rassistisch motiviert? Oder handelt es sich eher um ein "Missverständnis", wie der Betreiber des Parks versichert?

Die auf Instagram veröffentlichte Aufnahme berechtigt jedenfalls zur Empörung. Bei der Parade im Freizeitpark "Sesame Place" in Langhorne, US-Bundesstaat Pennsylvania freuen sich die Mädchen offensichtlich sehr auf eine Begegnung mit der Figur aus der Fernsehserie. Doch während Rosita mit den Zuschauern im Spalier sonst auf Tuchfühlung ist, den einen zuwinkt und die anderen abklatscht, weist sie die beiden schwarzen Kinder mit einer verneinenden Geste ab.

"Widerwärtig", "hässlich"

Das scheinbar rassistische Verhalten empörte die Urheberin des Videos und des Instagram-Beitrags maßlos; es handelt sich dabei laut Miami Herald um die Mutter der Mädchen. "Diese WIDERWÄRTIGE Person sagte zu unseren Kindern unverfroren NEIN, dann umarmte sie das kleine weiße Mädchen neben uns", schreibt _jodiii. Sie werde den Themenpark nie wieder besuchen und hofft, dass ihr Video von den Nutzern vielfach weitergeleitet wird.

Das wurde es, denn die Aufregung ist groß. Wie die Mutter der Kleinen wittern viele User Rassismus hinter dem Verhalten des oder der Rosita-Darstellerin. "Es tut mir leid, dass dieser rassistische, hässliche Mensch das euren wunderschönen Babys angetan hat", schreibt eine Frau auf Instagram. "Sie sollten sie [die Betreiber des Freizeitparks] vor Gericht zerren", heißt es in einem zweiten Kommentar. "Arme Babys. Ihre Gesichter", stellt eine Frau hinsichtlich der Enttäuschung der Mädchen fest.

Auch der eine oder andere Promi meldete sich zu Wort. Der Vorfall habe sie "wütend" gemacht, sagt die Musikerin Kelly Rowland in einem Instagram-Video. "Wenn ich das wäre, die ganze Parade wäre in Flammen aufgegangen", so die ehemalige Destiny's Child-Sängerin. "Habt ihr am Ende das Gesicht der Kleinen in Pink gesehen? Sie verdient eine Erklärung."

Rassismus oder Missverständnis?

Die hat "Sesame Place" mittlerweile abgegeben. Der Betreiber wiegelt ab, das Verhalten der Person im Rosita-Kostüm sei nicht rassistisch motiviert gewesen, heißt es in der gestern auf Instagram veröffentlichten Stellungnahme. Sie hätte die Mädchen nicht "mit Absicht" ignoriert. Die abwinkende Geste sollte vielmehr ausdrücken, dass Rosita die Kinder nicht für ein Foto in die Arme nehmen wollte. Viele Besucher würden sich das wünschen, doch das sei verboten.

Der oder die Rosita-Darstellerin sei "am Boden zerstört" wegen des "Missverständnisses". Auch der Betreiber meint: Die Kostüme würden es erschweren, so die Andeutung, die wahre Motivation hinter dem Verhalten eines Darstellers zu erkennen. Die Marke Sesame Place, der Freizeitpark und die Mitarbeiter stünden "in jeder Hinsicht für Inklusion und Gleichheit". Man habe mit der Familie gesprochen und sich dafür entschuldigt, "ihnen nicht die Erfahrung geboten zu haben, die sie erwartet hatten".

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