"In eine rassistische Ecke gedrängt": Jörg Dahlmann wehrt sich gegen Entlassung bei Sky

teleschau
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Jörg Dahlmann wird keine Einsätze mehr bei Sky erhalten. (Bild: 2009 Getty Images/Alex Grimm)
Jörg Dahlmann wird keine Einsätze mehr bei Sky erhalten. (Bild: 2009 Getty Images/Alex Grimm)

Ein flapsiger "Suhsi"-Spruch und seine Folgen: Sky hat sich mit sofortiger Wirkung von Jörg Dahlmann getrennt. Der Fußballkommentator empfindet das als unfair und fühlt sich vom Sender "in eine rassistische Ecke gedrängt".

Der Fußball-Kommentator Jörg Dahlmann hat sich nach seiner Freistellung beim Pay-TV-Anbieter Sky zu Wort gemeldet. "Ich habe mit Bedauern die Kündigung entgegengenommen", schrieb 62-Jährige in einer Nachricht auf seinem Instagram-Account. Leider, so Dahlmann, habe Sky "das Vertragsende im Juni nicht mehr abwarten" wollen.

Er bestätigte in seinem Post, dass ein flapsiger Spruch während der Zweitligapartie Hannover 96 gegen Erzgebirge Aue Auslöser seines Rauswurfs war. Dahlmann hatte eine vergebene Torchance durch den japanischen Spieler Sei Muroya mit den Worten kommentiert: "Das wäre sein erstes Tor in Deutschland gewesen. Das letzte hat er im Land der Sushis geschossen." Dies war dem Reporter als rassistisch ausgelegt worden. Ein Vorwurf, gegen den sich der Geschasste energisch zur Wehr setzt.

Jörg Dahlmann: Kündigung "nicht okay und nicht fair"

Er fühle sich "durch die sofortige Trennung in eine rassistische Ecke gedrängt" und wehre sich "mit Händen und Füßen gegen diese absurden Vorwürfe". Dahlmann: "Ich hasse Rassismus! Weltoffenheit und Diversität sind mir wichtige Anliegen. Die Trennung aus diesem Grund ist aus meiner Sicht nicht okay und nicht fair."

Den Ausdruck "Land der Sushis", glaubt Dahlmann, würden Japaner "null Komma null als Rassimus empfinden", sondern mit Stolz sogar selbst gebrauchen - dies hätten ihm " unzählige Japaner(innen)" bestätigt. Vom Sender Sky zeigte sich der erfahrene Bundesliga-Kenner "enttäuscht", er wünsche sich "Respekt und Gerechtigkeit". Angesichts des "schlimmen Vorwurfs" würden bei ihm "die Emotionen hochkochen".

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"Es ist ein Sieg 'sozialer Hater' über den freien Journalismus"

Das seine Aussage überhaupt so fehlinterpretiert werden konnte, liegt in den Augen Jörg Dahlmanns an wenigen Internet-Usern, die ihm einen "Shitstorm" beschert hatten: "Es ist ein Sieg 'sozialer Hater' über den freien Journalismus." Prominente wie die Unterhaltungs-Moderatoren Barbara Schöneberger und Elton, aber auch Kommentatoren-Kollege Marco Hagemann hatten Dahlmann zuletzt öffentlich den Rücken gestärkt.

Jörg Dahlmann war seit der Saison 2017/2018 in Diensten von Sky. Zuvor war er beim Spartenkanal SPORT1 tätig gewesen. Für Aufregung hatte er vor seinem "Sushi"-Spruch zuletzt gesorgt, als er auf die Liebesbeziehung zwischen Schauspielerin Sophia Thomalla und Union-Berlin-Ersatztorwart Loris Karius angespielt hatte: "Für so eine Kuschelnacht mit Sophia würde ich mich auch auf die Bank setzen." Hier hagelte es Vorwürfe des Sexismus. Für Sky scheint nach der abermaligen Aufregung um seinen Mitarbeiter das Maß voll gewesen zu sein. Der im Sommer auslaufende Vertrag wäre ohnehin nicht verlängert worden.