Rautenstrauch-Joest-Museum: Liste der Baumängel wird immer länger

Auch das Dach muss renoviert werden – 22,6 Millionen Euro Streitwert

Die Liste der Baumängel im Rautenstrauch-Joest-Museum in der Nähe des Neumarkts ist seitenlang, und jetzt kommt noch ein weiterer hinzu. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat ein Gutachter erhebliche Probleme mit dem Dach festgestellt. Nahezu alle Flächen müssen demnach grundlegend überarbeitet oder sogar komplett neu gebaut werden.

Die Stadt hat die in der „Arbeitsgemeinschaft Kulturzentrum am Neumarkt“ (Arge KAN) zusammengefassten Baufirmen bereits dazu aufgefordert, die vom Sachverständigen ermittelten Kosten für die Beseitigung der Mängel als Vorschuss zu bezahlen. Die Arge hat das jedoch abgelehnt, weshalb die Verwaltung jetzt eine weitere Klage erheben will, um einer drohenden Verjährung zuvorzukommen.

Streitwert beträgt mehr als 22 Millionen Euro

Die Stadt hat insgesamt elf Klagen und 27 selbstständige Beweisverfahren gegen die Arge angestrengt. Der Streitwert beträgt zusammengenommen 22,6 Millionen Euro.

Dabei geht es unter anderem um eine defekte Sprinkleranlage, Fehler in der Entrauchungsanlage, Risse im Glasboden, falsch eingelegte Platten und einen Wasserschaden. Die Stadt spricht von annähernd 1000 großen und kleinen Baumängeln in dem 2010 eröffneten Museumsgebäude. Wäre die Arge bereit, 14 Millionen Euro zu zahlen, würde die Verwaltung auf alle weiteren Ansprüche verzichten. Doch die Arge lehnt das ab verweist darauf, dass viele der bemängelten Schäden längst beseitigt seien.

In neun der elf Klageverfahren gab es in der Zwischenzeit eine mündliche Verhandlung. Im Januar wurde in einem Streitfall ein Vergleich geschlossen. Demnach zahlt die Arge der Stadt 6400 Euro für die Beschädigung zweier Bäume. Dieser Vorgang verdeutlicht, dass die Auseinandersetzung bis in kleinste Details geführt wird.

Einige Gutachten fehlen noch

Das Landgericht wies im Oktober 2016 eine Klage der Stadt auf Erstattung von Bewachungskosten in Höhe von 320 000 Euro abgewiesen. Die Wachleute waren engagiert worden, um Handwerker zu begleiten, die im Museum mit der Beseitigung von Schäden beschäftigt waren. Das Geld wollte sich die Verwaltung anschließend von der Arge zurückholen.

Die Stadt hat Berufung eingelegt und diese Ende Januar begründet. Die Gutachten in den Bereichen „Heizung und Sanitär“ sowie „Parkett“ sind noch nicht abgeschlossen....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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