Razzia bei ehemaligem HSH-Nordbank-Chef Nonnenmacher

Interne Bespitzelungs- und Manipulationsvorwürfe

Im Zusammenhang mit internen Bespitzelungs- und Manipulationsvorwürfen hat die Staatsanwaltschaft bereits am Mittwoch Wohnungen des früheren HSH Nordbank-Chefs Dirk Jens Nonnenmacher durchsucht. Einen entsprechenden Bericht von "Spiegel Online" bestätigte nun eine Sprecherin der Kieler Anklagebehörde.

Die Aktion stehe im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen des Verdachts falscher Verdächtigung durch Unterlassen und Untreue. Weitere Details teilte die Sprecherin nicht mit. "Die Ermittlungen dauern noch an."

Bei dem Fall geht es laut "Spiegel Online" um Vorwürfe rund um den Rauswurf eines Top-Managers während Nonnenmachers Amtszeit. Ein HSH-Vorstandsmitglied soll 2009 aufgrund von bewusst konstruierten Falschbehauptungen entlassen worden sein.

In den Skandal, der indirekt zu Nonnenmachers eigenem Rücktritt Anfang 2011 beigetragen hatte, war damals auch ein Sicherheitsunternehmen verwickelt. Der Untreueverdacht ergibt sich "Spiegel Online" zufolge daraus, dass die HSH Nordbank diese Firma im Zusammenhang mit dem Rauswurf bezahlt haben soll.

Die Durchsuchung steht demnach nicht in Verbindung mit der Anklage, die die Hamburger Staatsanwaltschaft vor dem Hintergrund von Wertpapiergeschäften der HSH Nordbank gegen Nonnenmacher erhob.

Das Institut war durch die globale Wirtschafts- und Finanzkrise nach 2008 und verlustreiche Spekulationen in Schieflage geraten. Die Hauptanteilseigner, die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein, mussten mit Kapitalspritzen und Garantien in Milliardenhöhe stabilisieren. Auch der Bankenrettungsfonds des Bundes (SoFFin) sprang ein.

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