Razzia in Klinikum Bremen-Mitte

Bremen (dapd-nrd). Mit einer Durchsuchungsaktion hat sich der Bremer Untersuchungsausschuss zum Tod mehrerer frühgeborener Babys Klinikunterlagen verschafft. In Geschäftsräumen des Klinikums Bremen-Mitte beschlagnahmte er Akten und elektronische Daten. Die Vorsitzende Antje Grotheer sagte am Montag, nachdem der Ausschuss in der vorigen Woche erfahren habe, dass ihm wichtige Akten nicht übermittelt worden seien, habe er beim Amtsgericht Bremen Durchsuchungsbefehle beantragt. Diese seien am Freitag erteilt worden.

Unter Amtshilfe der Polizei hätten Mitglieder des Ausschusses noch am Freitag mit der Durchsuchungsaktion begonnen. Am Montag wurde sie fortgesetzt. Das Material müsse nun gesichtet und ausgewertet werden, sagte Grotheer.

Am Dienstag wird der Ausschuss den jetzigen Chefarzt der Frühgeborenen-Station, Thorsten Körner, anhören. Für Donnerstag ist der freigestellte Geschäftsführer des Klinikverbunds Gesundheit Nord, Diethelm Hansen, als Zeuge geladen.

Der Untersuchungsausschuss will klären, wie es zu der Infektionswelle im vorigen Jahr mit mindestens drei toten Frühchen und mehreren erkrankten Kindern kommen konnte. Nach Bekanntwerden des Hygieneskandals war die Frühgeborenen-Station im November geschlossen worden. Nach der Wiedereröffnung war der gegen Antibiotika resistenter Darmkeim in der Abteilung wieder aufgetaucht.

Ob der Tod von zwei Frühchen in der vorigen Woche mit dem Keim in Zusammenhang steht, ist weiterhin unklar. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte am Montag, es müssten weitere toxikologische Untersuchungen vorgenommen werden. Mit einem Ergebnis werde nicht vor Ende der Woche gerechnet.

dapd