Razzia bei oppositionellem TV-Sender in Minsk

Wenige Tage nach der Festnahme von mehr als hundert Demonstranten in Weißrussland hat die Polizei in der Hauptstadt Minsk die Büros des oppositionellen Fernsehsenders Belsat durchsucht. Sender-Chefin Agnieszka Romaszewska-Gusy sagte dem Rundfunksender RFE/RL, bei dem Einsatz seien neun Computer beschlagnahmt worden. Der Sender, dessen Hauptsitz sich in Polen befindet, hatte am Wochenende über die Kundgebungen gegen den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko berichtet, nach denen mehr als hundert Demonstranten zu mehrtägigen Haftstrafen verurteilt wurden.

Die Polizei-Aktion stehe im Zusammenhang mit der Klage eines Geschäftsmannes gegen den Sender, erklärte die Vereinigung der weißrussischen Journalisten. Belsat habe gegen die Markenrechte des Unternehmens Belsatplius in Minsk verstoßen. Die Sender-Chefin sprach von einem "Vorwand".

Bei ihrem Vorgehen gegen die Demonstranten hatten die Sicherheitskräfte am Samstag auch die beiden Belsat-Kameraleute Alexander Borosenko und Ales Ljubentschuka festgenommen. Mitte März wurde eine Belsat-Journalistin zu einer Geldstrafe von umgerechnet 340 Euro verurteilt, nachdem sie über eine oppsitionelle Kundgebung in Orscha im Osten Weißrusslands berichtet hatte. Lukaschenko führt das Land seit 1994 mit harter Hand.

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