Reaktionen auf Lulas Wahlsieg in Brasilien

Euronews-Korrespondentin Anelise Borges in Paris:

"Lulas Sieg in Brasilien wird das Ende eines heftigen und polarisierten Wahlkampfs um die Präsidentschaft und der Beginn eines neuen Kapitels in den diplomatischen Beziehungen für das Land bedeuten. US-Präsident Joe Biden, der französische Präsident Emmanuel Macron und mehrere andere Staats- und Regierungschefs zögerten nicht lange, um Lula zu seinem Wahlsieg zu gratulieren.

Viele stimmen nicht mit der Politik des derzeitigen Präsidenten Jair Bolsonaro überein und werfen ihm vor, sowohl die demokratischen Institutionen Brasiliens als auch die Beziehungen des Landes zur Außenwelt zu untergraben. Bolsonaro ist beispielsweise bereits aufgrund seiner Weigerung, den Amazonas-Regenwald zu schützen, mit führenden EU-Politikern aneinandergeraten.

Lula hingegen erinnert noch immer an die charismatische Figur, die während seiner Präsidentschaft Anfang der 2000er großen Einfluss auf die Weltpolitik hatte und oft zwischen dem Westen und seinen Rivalen vermittelte. Letzteres könnte gerade in diesen turbulenten Zeiten nützlich sein.

Doch vielleicht ist Lula nicht der unkomplizierte Verbündete, den Europa und die USA in Hinblick auf die Krisen der Welt, insbesondere den Krieg in der Ukraine, gerne hätten.

Lula hatte US-Präsident Biden und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi kritisiert, weil sie versäumten, mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu verhandeln, bevor dieser die Ukraine angriff. Auch Putin beglückwünschte Lula und erklärte, er freue sich auf die Zusammenarbeit."