Rebellen erobern "Kreisverkehr der Hölle" in syrischer IS-Hochburg Raka zurück

SDF-Kämpfer in Raka feiern Erfolg

Bei der Offensive auf die einstige syrische IS-Hochburg Raka haben Rebellen nach eigenen Angaben den sogenannten "Kreisverkehr der Hölle" im Stadtzentrum erobert, einen ehemaligen Hinrichtungsplatz der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat. Wie die kurdisch-arabische Allianz der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) am Montag mitteilte, wurde der Al-Naim-Kreisverkehr im Norden der Stadt "vollständig befreit".

Der Platz östlich des Sportstadions von Raka war von den Bewohnern während der dreijährigen IS-Herrschaft "Kreisverkehr der Hölle" genannt worden, weil die Dschihadisten dort regelmäßig Menschen exekutierten. Die aufgespießten Köpfe oder die gekreuzigten Leichen wurden teilweise tagelang ausgestellt.

Der IS hatte Raka im Januar 2014 erobert und später zur inoffiziellen Hauptstadt seines selbsternannten "Kalifats" gemacht. Im Juni marschierten Kämpfer der SDF mit Unterstützung der US-geführten Koalition in Raka ein. Inzwischen stehen rund 90 Prozent der Stadt unter ihrer Kontrolle.

In der Nähe des berüchtigten Kreisverkehrs hatte es seit Sonntag Gefechte gegeben, wie die SDF mitteilten. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatten sich die IS-Kämpfer schon vor zwei Wochen aus dem Viertel zurückgezogen. Weil der IS Minen hinterlassen hatte, habe sich die Rückeroberung aber verzögert. Am Sonntag hatte der SDF-Kämpfer Hasem Kobane der Nachrichtenagentur AFP gesagt: "Unsere Truppen durchkämmen heute Al-Naim. Da war niemand."

Am Montagabend wurde nach SDF-Angaben vor allem in der Nähe des Stadions und des Krankenhauses von Raka weiter gekämpft. 25 Dschihadisten hätten sich ergeben und zwei Selbstmordanschläge seien vereitelt worden. In der Stadt sollen sich noch etwa 300 überwiegend ausländische IS-Kämpfer aufhalten.

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