Rebellenführer in Zentralafrika verspricht freie Wahlen

Internationale Kritik an Machtübernahme

Nach dem Umsturz in der Zentralafrikanischen Republik hat Rebellenführer Michel Djotodia sich als neuer Präsident dargestellt und freie Wahlen innerhalb von drei Jahren angekündigt. Während der entmachtete Präsident François Bozizé in Kamerun Zuflucht fand, kontrollierten die Séléka-Rebellen die Hauptstadt Bangui. Vertreter der EU, der USA und der Afrikanischen Union verurteilten die Machtübernahme als verfassungswidrig.

Djotodia kündigte im Sender Radio France Internationale "freie und transparente Wahlen" binnen drei Jahren an. Auf die Frage, wann er die Macht wieder abtreten wolle, antwortete er: "Wir fangen gerade erst an." Der aktuelle Ministerpräsident Nicolas Tiangaye, ein Gegner Bozizés, blieb zunächst im Amt. Die Regierung Kameruns teilte mit, Bozizé habe in dem Land Zuflucht gefunden.

Nach UN-Angaben gab es in Bangui am Montag erneut Plünderungen, auch Schüsse waren demnach zu hören. Ein UN-Sprecher sagte, Büros der Vereinten Nationen und Unterkünfte von Mitarbeitern seien ebenfalls geplündert worden.

Das Vorgehen der Séléka-Rebellen stieß international auf Kritik. Die Afrikanische Union (AU) setzte die Mitgliedschaft Zentralafrikas aus. Gegen sieben Séléka-Vertreter, darunter Djotodia, wurden Reiseverbote verhängt, ihre Guthaben im Ausland wurden eingefroren.

Die AU forderte "die sofortige Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung" in Zentralafrika. Dies hatte zuvor auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verlangt. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte "alle Beteiligten zu größter Zurückhaltung" und zum Dialog auf. Der Schutz von Zivilisten müsse oberste Priorität haben.

De EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton beklagte die "Verletzung der Verfassung" durch die Rebellen. Der gewaltsame Umsturz sei "nicht akzeptabel", erklärte sie in einer Mitteilung. Alle "Feindseligkeiten" müssten sofort eingestellt und die öffentliche Ordnung wieder hergestellt werden.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums erklärte ebenfalls, die Ausrufung Djotodias zum Präsidenten sei "außerhalb der verfassungsmäßigen Ordnung" geschehen. Er forderte ebenso wie Ashton die Achtung des Friedensvertrags vom 11. Januar, auf dessen Grundlage eine Regierung der nationalen Einheit gebildet worden war.

Die Rebellen werfen Bozizé vor, Teile des Vertrags nicht eingehalten zu haben, und nahmen deshalb den bewaffneten Kampf wieder auf. Am Sonntag brachten sie Bangui unter ihre Kontrolle.

Im Zuge des Umsturzes seien 13 südafrikanische Soldaten getötet und 27 weitere verletzt worden, teilte der südafrikanische Präsident Jacob Zuma mit. Im Januar hatte Südafrika rund 200 Soldaten in die Zentralafrikanische Republik geschickt, die dort die Regierungstruppen unterstützen sollten.

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