Rechter Aufmarsch: Linke Gruppen trainieren Blockade von AfD-Demo in Berlin

Protest gegen die AfD in Berlin

Berlin. "Kommt doch, kommt doch!", rufen die jungen Männer und schwingen ihre zusammengerollten Plakate wie Schlagstöcke. Sie spielen in diesem Training die Polizei. Auf die sechs "Beamten" bewegt sich ein Pulk zu von etwa 40 Menschen. Fest eingehakt, wie bei einer Demo. Als die Gruppen aufeinander treffen, dreschen die "Polizisten" mit ihren Schlagstockimitaten auf die erste Reihe der Gruppe ein. Den Moment nutzen die Demonstranten, um die imitierte Polizeikette zu "durchfließen". Im Training erfolgreich.

Auf der Wiese vor der vegetarischen Mensa der Freien Universität üben drei Tage vor der AfD-Demonstration in Berlin etwa 50 junge Linksaktivisten zivilen Ungehorsam, Blockaden. Einige Meter weiter pauken Jura-Studenten für ihre nächste Prüfung. Es ist eines von mindestens vier Trainingslagern linker Gruppen vor dem großen Demonstrationstag am Sonntag.

Ihr Ziel: "Die AfD soll keinen Meter weit durch Berlin marschieren", sagt eine junge Teilnehmerin des "Aktionstrainings". Ihren Namen will sie nicht verraten. Sie ist eine der wenigen, die überhaupt reden möchte. Nur so viel: Sie hat schon häufiger Demonstrationen blockiert, ist in Kontakt mit der Polizei gekommen. "Die sind nicht sehr zimperlich", sagt sie.

In dem Blockade-Trainingslager soll deshalb gewaltloser Protest geübt werden, versichert Leiterin Marie. Sie ist Mitte 20, studiert und will ihre Erfahrungen bei Demonstrationen hier weitergeben. Wie lässt man sich aus Sitzblockaden wegtragen, ohne verletzt zu werden? Was sind r...

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