Rechter Wahlblock - Bildet Le Pen eine unbesiegbare Allianz?

Marine Le Pen während einer Wahlkampfveranstaltung im Vorfeld der Europawahlen in Henin-Beaumont, Nordfrankreich, am 24. Mai 2024.<span class="copyright">Christian Liewig - Corbis/Kontributor via Getty Images</span>
Marine Le Pen während einer Wahlkampfveranstaltung im Vorfeld der Europawahlen in Henin-Beaumont, Nordfrankreich, am 24. Mai 2024.Christian Liewig - Corbis/Kontributor via Getty Images

Parteien in Frankreich formen strategische Allianzen im Vorfeld der Neuwahl des Parlaments. Insbesondere der Sieger der Europawahl, Rassemblement National, sucht Verbündete im rechten Spektrum.

Die politischen Parteien in Frankreich streben in der kurzen Zeit bis zur bevorstehenden Neuwahl der Nationalversammlung verstärkt Allianzen an. Das berichtet die „Tagesschau“.

Besonders aktiv zeigt sich dabei demnach das rechte Lager um das Rassemblement National (RN), das die Europawahl als klaren Sieger verlassen hatte. Eine Kooperation mit der konservativen Partei Les Républicains (LR) sowie der rechtsextremen Partei Reconquête ist im Gespräch.

Le Pen signalisiert Bereitschaft zur Kooperation mit Republikanern

Die RN-Chefin Marine Le Pen machte nach Angaben der Tagesschau in einem Interview mit französischen Fernsehsender TF1 deutlich, dass sie durchaus offen für eine Kooperation mit LR sei. Sie stellte in Aussicht, unter Umständen auf einen Gegenkandidaten zu verzichten, sollte es eine vorherige Übereinkunft zwischen beiden Parteien im entsprechenden Wahlkreis geben.

Diese Zusammenarbeit sieht sie jedoch nur unter der Bedingung einer gemeinsamen politischen Linie, zu deren Kernzielen die „Verteidigung der Kaufkraft“, neue Impulse für die Wirtschaft und der „Kampf gegen Unsicherheit und Einwanderung“ zählen, berichtet die Tagesschau.

„Breite Mehrheit“ als Gegengewicht zu Macron-Lager

Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der rechtsextremen Partei Reconquête. Nach der Europawahl trafen sich Jordan Bardella, der Vorsitzende des RN, und Marine Le Pen mit Marion Maréchal, der Spitzenkandidatin der Reconquête und Nichte von Le Pen.

Bardella äußerte laut Tagesschau den Wunsch, „eine möglichst breite Mehrheit“ als Gegengewicht zum pro-europäischen Lager von Präsident Macron zu schaffen.

Auch linke Parteien streben Bündnis an

Auch auf der linken Seite des politischen Spektrums planen die Sozialisten, Grünen, Kommunisten und die radikalere Partei „Unbeugsames Frankreich“ eine engere Zusammenarbeit. Sie wollen mit gemeinsamen Kandidaten in den Wahlkampf ziehen, eine Alternative zu Macron bieten und sich „gegen das rassistische Projekt der extremen Rechten“ zu stellen, wie es in einer Erklärung heißt, die von der Tagesschau zitiert wird.

Bei den Europawahlen hatte das RN mit 31,4 Prozent der Stimmen klar vorne gelegen, während Macrons Lager mit 14,6 Prozent auf Platz zwei abrutschte. Bardella strebt im Falle eines Wahlsiegs das Amt des Premierministers an und zeigte sich bereit, auch mit Politikern außerhalb des RN zusammenzuarbeiten.