Rechter Wahn und eine panische Stadt: Fünf Jahre nach dem Amoklauf in München

·Lesedauer: 3 Min.
Die Dokumentation "Amoklauf München: Eine Stadt in Angst" zeichnet das Attentat vom 22. Juli 2016 im Olympia-Einkaufszentrum minutiös nach. (Bild: TVNOW )
Die Dokumentation "Amoklauf München: Eine Stadt in Angst" zeichnet das Attentat vom 22. Juli 2016 im Olympia-Einkaufszentrum minutiös nach. (Bild: TVNOW )

Eine "Stadt in Angst": Fünf Jahre ist es her, dass bei einem rassistischen Attentat am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen ums Leben kamen. RTL widmet der Tat nun eine Themenabend.

Freitag, 22. Juli 2016, in München. Ein schöner Sommernachmittag in der bayerischen Landeshauptstadt, voller Vorfreude auf das nahende Wochenende. Bis ein 18-Jähriger die gesamte Stadt - und Nation - in einen kollektiven Schockzustand versetzt. Der rassistisch motivierte Attentäter tötet neun Menschen, verletzt fünf weitere schwer nimmt sich schließlich selbst das Leben. Zum fünften Jahrestag des Amoklaufs am Olympia-Einkaufszentrum blicken RTL und TVNOW auf die schrecklichen Geschehnisse zurück und gedenken der Opfer. Noch immer steht die Frage im Raum, wie es zu der Tat kommen konnte.

Die vierteilige Dokumentation "Amoklauf München: Eine Stadt in Angst", bereits bei TVNOW abrufbar, rekonstruiert den Amoklauf mithilfe von Experten, Augenzeugen- und Polizeiberichten. Minutiös zeigt die Mini-Reihe in einer "Chronologie des Verbrechens", wie sich der Täter schon lange vorher auf das Attentat vorbereitete, wie er lebte, was ihn antrieb, in welchen rechtsextrem beeinflussten Wahn er sich steigerte und nach welchem Muster er letztlich seine Opfer aussuchte.

Die manchmal fast ein wenig zu mitreißend inszenierte, an den entscheidenden Stellen aber überaus sensible Doku zeigt auch auf, wie jene öffentliche Dynamik entstehen konnte, die eine lebendige Metropole plötzlich bis ins Mark lähmte. Dass fast so etwas wie eine Massenpanik ausbrach, hatte auch viel mit der Reflexhaftigkeit der sozialen Medien zu tun. Landesweit überschlugen sich die Meldungen, online kursierte in rasender Geschwindigkeit viel Unsinn - über etwaige Komplizen und mögliche Motive. Welche Rolle in dieser hektischen Gemengelage die Medien spielten, erläutert auch Peter Kloeppel, der an jenem Tag "RTL Aktuell" moderierte.

Trauer vor dem OEZ in München: Vor fünf Jahren wurden bei in dem Einkaufszentrum bei einem Amoklauf neun Menschen getötet. (Bild: 2016 Getty Images/Johannes Simon)
Trauer vor dem OEZ in München: Vor fünf Jahren wurden bei in dem Einkaufszentrum bei einem Amoklauf neun Menschen getötet. (Bild: 2016 Getty Images/Johannes Simon)

Eine panische Stadt

Zu Wort kommen in zahlreichen Gesprächen zudem Betroffene, Ersthelferinnen, Polizei- und Rettungsdienst-Einsatzleiter sowie weitere Augenzeugen. "Es war der schlimmste Tag in meinem Leben", sagt eine interviewte Obsthändlerin, die von ihrem Stand aus den Ablauf der Tat verfolgte: Schüsse im McDonald's-Restaurant, dann auf der Straße, schließlich im Einkaufszentrum selbst. Es sind vor allem die beiläufig erzählten Details, die den Betrachter schlucken lassen.

Erschütternde wackelnde Handyvideos aus dem OEZ, gespenstische Aufnahmen auf einer leergefegten Innenstadt, aber auch nachgestellte Szenen und animierte Karten versuchen einen Einblick in die traumatisierenden Erlebnisse jenes Tages zu schaffen. Die Unsicherheit, die Hoffnung, die Angst - alles inmitten einer panischen Stadt. Vor allem aber auch: Was bleibt von der fürchterlichen Tat? Was wurde daraus gelernt?

Am Jahrestag (Donnerstag, 22. Juli, 20.15 Uhr) kommen im dreistündigen "Stern TV Spezial" bei RTL ebenfalls jene zu Wort, die den OEZ-Amoklauf hautnah miterleben mussten, zu Hilfe eilten oder als Hinterbliebene einen wichtigen Menschen verloren. Im Mittelpunkt der von Steffen Hallaschka moderierten Sendung unter dem Titel "22. Juli - Eine Stadt in Angst" stehen vor allem die Getöteten und die "Helden des 22. Juli 2016". Darunter etwa Fatmir A., dessen Sohn der einzige Überlebende einer Freundesgruppe von sechs Jugendlichen war, oder Hüseyin B., der mitten auf der Straße einem im Sterben liegenden Jungen beistand.

Peter Kloeppel erläutert in der vierteiligen Doku, wie er als RTL-Moderator den 22. Juli 2016 erlebte. (Bild: TVNOW / Imago TV)
Peter Kloeppel erläutert in der vierteiligen Doku, wie er als RTL-Moderator den 22. Juli 2016 erlebte. (Bild: TVNOW / Imago TV)
Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.