Rechtsextreme Gesänge bei Landtagswahlen - Worum es in „L’Amour Toujours“ von Gigi D'Agostino wirklich geht

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Gigi D'Agostino hat mit „L’Amour Toujours“ bereits 2001 die Charts und Clubs gestürmt und für einen echten Ohrwurm gesorgt. Doch den wahren Sinn hinter dem Lied über die Liebe haben die Rechtsextremen offenbar nicht verstanden. Im Video erklärt Rechtsanwalt Christian Solmecke, was den Sylter-Grölern drohen könnte.

Erst am Wochenende sangen AfD-Anhänger in Thüringen bei der Verkündung der Wahlprognosen zur Landtagswahl 2024 den Song "L‘Amour Toujours“ von Gigi D’Agostino. Und auch an Pfingsten 2024 nutzten Rechtsextreme in einem noblen Lokal auf der Insel Sylt die Melodie des Liedes, um ihre menschenfeindlichen Aussagen wie „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“ zu grölen.

Es sind nicht die einzigen Vorfälle, bei denen der Welthit des italienischen Musikers Gigi D'Agostino rechte Gesänge untermauert. Auch Ereignisse wie auf einem Erntefest in Mecklenburg Vorpommern in 2023 machen mittlerweile die Runde auf Social Media. Umso ironischer ist die eigentliche Übersetzung des Songtitels: „Liebe immer“ heißt es da nämlich, wie auch Gigi D'Agostino nun klarstellte.

Das ist der Inhalt von „L’Amour Toujours“

In dem Partyhit von Gigi D'Agostino geht es laut dem Musiker einzig und allein um die Liebe, wie er im Gespräch mit Spiegel mitteilte. So sagte D'Agostino auf Nachfrage: „In meinem Lied “L’amour toujours" geht es um ein wunderbares, großes und intensives Gefühl, das die Menschen verbindet. Es ist die Kraft der Liebe, die mich hochleben lässt".

Der Text ist dabei eindeutig: Er handelt davon, keine Wahl darin zu haben, am Leben des bzw. der Geliebten teilzuhaben und jeden Tag und jede Nacht davon zu träumen, beieinander zu sein - egal, wie lange der oder die Angebetete einen darauf warten lässt.

Für die Partygäste, die den Song über die Liebe zu einem Song über Hass und Ausgrenzung gemacht haben, dürfte ihr Tun ein heftiges Nachspiel haben. Die Textzeile „I just don′t care what you've done in your life“ - frei übersetzt: „Es ist mir egal, was Du in Deinem Leben getan hast“ - dürfte vor Gericht keineswegs mehr zutreffen. Aktuell ermittelt der Staatsschutz und wirft den Beteiligten Volksverhetzung und die Verwendung von verfassungswidrigen Kennzeichen vor.