Red Flag: Was hinter dem Emoji-Trend auf Twitter steckt

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Überall auf Twitter tauchen plötzlich ganze Reihen von roten Flaggen auf. Auch Marken haben den Trend längst für sich entdeckt. Doch was steckt eigentlich dahinter?

Überall auf Twitter sind die kleinen roten Flaggen neuerdings zu entdecken. (Symbolbild: Getty)
Überall auf Twitter sind die kleinen roten Flaggen neuerdings zu entdecken. (Symbolbild: Getty)

Rote Flaggen werden vor allem in der Dating- oder Job-Welt als Anzeichen dafür benutzt, dass es deutliche Warnsignale gibt. Doch in dieser Woche sind sie auf Twitter wie Pilze aus dem Boden geschossen und schnell zum viralen Meme geworden. Jetzt wird nicht mehr nur vor drohendem Unheil in einer toxischen Beziehung oder bei einem schlechten Arbeitgeber gewarnt. Die roten Flaggen werden einfach großzügig gegen alles verteilt, was Usern nicht gefällt. 

Selbst Firmen posten rote Flaggen

Den großen Unternehmen blieb dieser Trend nicht lange verborgen. Sie sprangen auf den Red-Flag-Zug auf und versuchten, ihn humorvoll als Werbemittel einzusetzen. Der Messengerdienst WhatsApp etwa postete: "Wenn man noch nie etwas von WhatsApp gehört hat" und versah diese Aussage mit einer bescheidenen roten Flagge.

Denn je dringender die Warnung sein soll, desto mehr kleine Flaggen bekommt sie eigentlich verpasst. Demzufolge rät der Softdrink-Hersteller Pepsi dringlichst davon ab, sich mit Menschen zu umgeben, die noch nie eine Pepsi getrunken haben. Fünf rote Flaggen setzte der Getränke-Riese hinter seinen Post.

Laut der Website CNET hat sich der Gebrauch des Red-Flag-Emojis in der vergangenen Woche um 455 % erhöht. Auf Twitter gab es allein am Dienstag anderthalb Million Tweets weltweit, in denen rote Flaggen verwendet wurden. Kein Wunder, dass Unternehmen aus jeder Branche auf der Welle reiten wollen. Der indische Netflix-Account etwa warnte auf Twitter in puncto romantische Komödien - mit 18 roten Flaggen. So sollte man sich vor Protagonisten hüten, die Mädchen erst bemerken, wenn diese ihre Brille abnehmen und ein Makeover bekommen, warnte der Streaming-Gigant vor dem klassischen Rom-Com-Schema.

Auch die Job-Plattform LinkedIn mischte sich ein. Dort riet man, Abstand von Unternehmen zu halten, die mit dem Satz "Wir sind kein Team, wir sind eher eine Familie" um die Ecke kommen. Dafür gab es sage und schreibe 70 rote Flaggen.

Klar, dass auch Twitter selbst irgendwann nicht mehr fehlen durfte. Doch während die Plattform vor Kurzem beim Facebook-Ausfall noch gewitzt reagiert hatte, war der Post zum Red-Flag-Trend etwas nüchtern. Die Aussage "Ich bin nicht auf Twitter" sei schon ein paar rote Flaggen wert, fand man.

Ein User entschied sich aber, den Trend einfach umzukehren. Anstatt roter Flaggen als Warnzeichen postete er grüne Flaggen als Ausdruck von besonders guten Anzeichen.

Als Beispiel schrieb er einen Satz in seinen Tweet, der stellvertretend für eine empathische Handlung steht: "Ich hab mich daran erinnert, dass dir das gefiel, deshalb hab ich es für dich gekauft." Wer weiß, vielleicht setzen sich die grünen Flaggen ja parallel zum Red-Flag-Trend durch.

Im Video: Seit 3.700 Jahren am Lachen: Das älteste Emoji der Welt ziert einen Krug

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