Regierung besorgt über Corona-Anstieg: "Gute Entwicklung ist vorbei"

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Kanzlerin Merkel und Gesundheitsminister Spahn vor einer Kabinettssitzung im Januar (Bild: John Macdougall/Pool via Reuters)
Kanzlerin Merkel und Gesundheitsminister Spahn vor einer Kabinettssitzung im Januar (Bild: John Macdougall/Pool via Reuters)

Wegen der Ausbreitung der ansteckenderen Coronavirus-Variante in Deutschland hat die Bundesregierung Hoffnungen auf weitere rasche Lockdown-Öffnungen gedämpft.

Der Anteil der zuerst in Großbritannien aufgetretenen Variante betrage 20 bis 25 Prozent, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Man muss sicher davon ausgehen, dass dieser Anteil noch weiter zunimmt", sagte Seibert. Dies sei bei vorsichtigen Öffnungsschritten zu berücksichtigen. "Natürlich ist es auch durch das Vordringen der Mutationen viel komplizierter geworden."

Seibert betonte: "Die gute Entwicklung, die uns über längere Zeit täglich sinkende Infektionszahlen beschert hat, ist im Moment vorbei. Die Zahlen steigen wieder. Der Anteil der gefährlicheren, weil deutlich ansteckenderen Virusmutationen wächst."

Seibert mahnte zu Geduld. Bereits durch die Teilöffnungen der Schulen in den meisten Bundesländern an diesem Montag gebe es "ein erhebliches Mehr an Kontakten und damit auch an Übertragungsrisiken". Niemand wolle Öffnungen wieder zurücknehmen. "Was wir aufmachen, das wollen wir dann auch durchhalten." Wichtig sei es nun aber, zunächst ganz genau zu schauen, in welchem Umfang die Schulöffnungen Veränderungen im Infektionsgeschehen mit sich bringen.

Bund will mit Ländern über Ausweitung von Schnelltests beraten

Die Bundesregierung will die geplante Ausdehnung von Corona-Schnelltests mit den Ländern besprechen. Sie könnten ein Mittel sein, um tagesaktuell Öffnungsschritte abzusichern, sagte Seibert. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angekündigt, dass allen Bürgern ab 1. März kostenlose Schnelltests angeboten werden sollen, die von geschultem Personal abzunehmen sind. Daneben soll auch der Weg für Selbsttests für Laien geebnet werden.

Über die Test-Ausdehnung solle bei den anstehenden Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder beraten werden, sagte Seibert. Zu klären sei auch, wie viele Schnelltests für jedermann es kostenlos geben könne. Finanzieren soll dies der Bund. Eingesetzt werden können die Schnelltests schon in Pflegeheimen, Kliniken und nach Infektionsfällen etwa in Schulen. Diese Antigen-Tests gelten jedoch als nicht so exakt wie sonst genutzte PCR-Tests. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis deswegen per PCR-Test bestätigt werden.

Am 3. März wollen Bund und Länder erneut über die Lage beraten. Ab dem 7. März sollen Geschäfte dort wieder öffnen können, wo es regional drei Tage lang nicht über 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und sieben Tagen gibt. Am Montag stieg diese Sieben-Tage-Inzidenz von 60,2 auf 61,0. 

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