Regierung und SPD offenbar in umstrittenen Gas-Deal von Scholz eingebunden

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Olaf Scholz bot den USA eine Zusammenarbeit beim Import von Fracking-Gas an (Bild: Tobias Schwarz/Pool via Reuters)

Olaf Scholz bot den USA eine Zusammenarbeit beim Import von Fracking-Gas an (Bild: Tobias Schwarz/Pool via Reuters)

Die Bundesregierung sowie auch die SPD-Fraktionsspitze waren offensichtlich in den umstrittenen Vorschlag von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) für einen Gas-Deal mit der US-Regierung von Donald Trump eingebunden.

"Der Brief war mit den Fachressorts abgestimmt", auch das Kanzleramt sei eingebunden gewesen, sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Carsten Schneider am Mittwoch in Berlin. Auch er selbst sei über sein Fraktionsamt informiert gewesen.

Schneider bezog sich auf einen Brief von Scholz, in dem dieser im vergangenen Jahr dem damaligen US-Finanzminister Steven Mnuchin angeboten hatte, Anlagen für den Import von Flüssiggas (LNG) in Deutschland mit einer Milliarde Euro staatlich zu fördern. Die USA sind am Verkauf dieses insbesondere durch Fracking gewonnenen Gases interessiert.

Kuhhandel um Nord-Stream-Sanktionen

Im Gegenzug hätte die US-Regierung dem Schreiben von Scholz zufolge auf Sanktionen gegen die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland verzichten sollen - was sie aber nicht tat. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte den Brief am Dienstag veröffentlicht, Umweltverbände warfen Scholz Heuchelei beim Klimaschutz vor.

Schneider stellte sich hinter das damalige Vorgehen von Scholz. "Ich stehe hinter diesem Angebot", sagte er in Berlin. Der Bau von LNG-Terminals sei im Sinne einer Diversifizierung der Gasversorgung sinnvoll, daran sei "nichts Schändliches", sagte der SPD-Politiker. Er bekräftigte auch seine Unterstützung für Nord Stream 2.

Die Pipeline wird neben den USA auch von zahlreichen vor allem osteuropäischen Staaten entschieden abgelehnt. Umweltschützer lehnen aus Klimaschutzgründen sowohl die Pipeline wie auch den Bau von LNG-Terminals ab.

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