Regierungstreue Truppen melden Rückeroberung von antiker Stätte Hatra im Irak

Irakische Familien flüchten aus Hatra südlich von Mossul

Regierungstreue Truppen haben nach eigenen Angaben die antike Stadt Hatra im Irak aus der Gewalt der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zurückerobert. Nach heftigen Kämpfen sei die zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Stadt "befreit" worden, erklärte die paramilitärische Gruppe Haschd al-Schaabi (Volksmobilisierung) am Mittwoch.

Die Haschd-Kämpfer starteten ihre Offensive am Dienstag im Morgengrauen und nahmen Dörfer in dem Wüstengebiet und die archäologische Stätte ein, bevor sie auf die benachbarte moderne Stadt Hatra vorrückten. Ein die Truppen begleitender AFP-Reporter berichtete, dass der Vormarsch schnell vonstatten ging. Er wurde von Armeehubschraubern unterstützt und stieß nur auf begrenzten Widerstand der Dschihadisten.

Im April 2015 hatte der IS ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie IS-Kämpfer in Hatra antike Skulpturen mit Hacken zerschlagen. Das Ausmaß der von den Dschihadisten in den antiken Stätten angerichteten Zerstörungen ist bis heute unklar.

Hatra wurde zwischen dem dritten und zweiten Jahrhundert vor Christus zur Zeit des Römischen Reichs errichtet. Es handelte sich um eine besonders gut erhaltene Festungsstadt in der nördlichen Provinz Ninive rund hundert Kilometer südwestlich von Mossul. Architektonisch sind dort orientalischer und abendländischer Stil vereint.

Die dicken Festungsmauern und großen Gebäude der Stadt hatten bereits zwei römische Invasionen im zweiten Jahrhundert überstanden. Die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) nahm Hatra 1985 in ihre Liste der Weltkulturgüter auf.

Regierungstreue irakische Einheiten kämpfen seit dem vergangenen Oktober mit Unterstützung der US-geführten Militärkoalition für die vollständige Vertreibung der IS-Miliz aus Mossul, ihrer letzten städtischen Hochburg im Irak.

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