Regionalpräsident: USA kaufen Frankreich Masken aus China weg

Ringen um jede Maske: Frankreich ist auf Lieferungen aus China angewiesen

Die französische Corona-Krisenregion im Grenzgebiet zu Deutschland hat den USA vorgeworfen, ihr dringend benötigte Schutzmasken aus China wegzukaufen. Der Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, sagte am Mittwoch dem Sender RTL, die Amerikaner kauften von Frankreich bestellte Masken "auf dem Rollfeld" in China auf. "Sie zücken Bargeld und zahlen drei oder vier Mal so viel wie unseren Bestellpreis", kritisierte Rottner.

"Wir müssen kämpfen", fügte der Regionalpräsident hinzu. Wie viele Masken die USA weggekauft hätten, sagte er nicht. Die Regierung in Paris bestätigte die Angaben zunächst nicht. Frankreich hat wegen der Corona-Krise eine Milliarde Schutzmasken in China bestellt. Präsident Emmanuel Macron will das Land durch das Ankurbeln der heimischen Produktion bis Jahresende aber unabhängig von der Volksrepublik machen.

Die Region Grand Est umfasst neben dem Elsass auch Lothringen und Champagne-Ardenne. Das deutsche Robert-Koch-Institut stuft sie als Krisenregion ein. Dort kamen offiziell 1585 Menschen durch die Lungenkrankheit Covid-19 ums Leben. Erstmals eingerechnet wurden nun auch 570 Tote in Altenheimen.

In ganz Frankreich starben laut Gesundheitsministerium mehr als 4000 Menschen. Diese Zahl umfasst bisher aber nur Tote in Krankenhäusern.