Regisseur Fatih Akin mit "Aus dem Nichts" für Filmfestival von Cannes nominiert

Das Plakat des diesjährigen Filmfestivals von Cannes

Deutschland ist das zweite Jahr in Folge im Rennen um die Goldene Palme von Cannes vertreten: Der Thriller "Aus dem Nichts" des Hamburger Regisseurs Fatih Akin wurde in die offizielle Auswahl des Filmfestivals an der südfranzösischen Côte d'Azur aufgenommen. Wie die Organisatoren am Donnerstag in Paris mitteilten, sind insgesamt 18 Spielfilme für den Hauptwettbewerb nominiert.

Bei der 70. Ausgabe des Filmfestivals, das am 17. Mai beginnt, hat der Österreicher Michael Haneke Chancen auf seine dritte Goldene Palme: Er wurde mit seinem neuen Film "Happy End" nominiert. Im Rennen sind außerdem US-Regisseurin Sofia Coppola mit "The Beguiled" und ihre Landsmänner Todd Haynes mit "Wonderstruck", Noah Baumbach mit "The Meyerowitz Stories" sowie Benny und Josh Safdie mit "Good Time".

Vertreten sind auch vier französische Regisseure: François Ozon mit "L'Amant Double", Michel Hazanavicius mit "Le Redoutable" über Regielegende Jean-Luc Godard, Jacques Doillon mit "Rodin" und Robin Campillo mit "120 Battements par Minute". Weitere Filme sind unter anderem "The Killing of a Sacred Deer" des Griechen Yorgos Lanthimos und "Okja" des Südkoreaners Bong Joon-Ho.

Wie immer wird eine ganze Reihe von Schauspielstars über den berühmten roten Teppich zum Filmpalast von Cannes wandeln, wie die Festivalorganisatoren in Paris verkündeten. Unter ihnen sind Joaquin Phoenix, Dustin Hoffman, Colin Farrell, Julianne Moore, Kirsten Dunst, Nicole Kidman, Robert Pattinson und Isabelle Huppert.

Der türkischstämmige Akin hat für "Aus dem Nichts" unter anderem Diane Kruger und Ulrich Tukur vor die Kamera gebracht. Der Regisseur, der mit Filmen wie "Gegen die Wand" und "Soul Kitchen" große Erfolge feierte, ist in Cannes ein alter Bekannter: 2007 gewann er für "Auf der anderen Seite" den Preis für das beste Drehbuch. 2005 saß er in der Jury des Hauptwettbewerbs, 2008 leitete er die Jury des Nebenwettbewerbs "Un certain regard" (Ein gewisser Blick).

Mit Akins vor allem in seiner Heimatstadt Hamburg gedrehtem Rache-Thriller ist Deutschland das zweite Jahr in Folge im Hauptwettbewerb von Cannes vertreten. 2016 hatte die deutsche Regisseurin Maren Ade mit ihrer Tragikomödie "Toni Erdmann" bei dem Filmfestival für Furore gesorgt. Abgesehen vom Kritikerpreis der internationalen Filmpresse ging der Film in Cannes aber leer aus. Die Goldene Palme gewann der britische Regisseur Ken Loach für sein Sozialdrama "Ich, Daniel Blake".

Das diesjährige Festival läuft vom 17. bis 28. Mai. Präsident der Jury ist der spanische Star-Regisseur Pedro Almodóvar. Durch die Eröffnungs- und Abschlusszeremonien wird die italienische Schauspielerin Monica Bellucci führen.

Die Filmfestspiele werden dieses Jahr nur zehn Tage nach der entscheidenden zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich beginnen. "Cannes kann die Politik nicht ignorieren", sagte Festival-Präsident Pierre Lescure am Donnerstag in Paris. Er hoffe aber, dass das Filmfest zu einer "Atempause" werde, während der "nur über das Kino gesprochen" wird.

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