Reiche Mädchen bevorzugt - Neue Studie deckt unfaire Notenvergabe auf

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Getty Images / Christian Ender / Kontributor

Noten werden nicht nur durch Leistung bestimmt, sondern auch durch Geschlecht, Aussehen und Status. Besonders betroffen sind Schüler aus weniger privilegierten Verhältnissen. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Eine aktuelle Studie der Universitäten Bern und Zürich offenbart, dass die Benotung von Schülerinnen und Schülern oft von Faktoren wie Geschlecht, Aussehen und sozialem Status beeinflusst wird. Die Ergebnisse zeigen laut der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, dass schlanke Mädchen aus wohlhabenden Familien die besten Noten erhalten, unabhängig von ihrer tatsächlichen Leistung.

Daten von tausenden Schülern

Die Forscher Sandra Gilgen und Richard Nennstiel nutzten für ihre Studie Daten aus dem Nationalen Bildungspanel. Diese Untersuchung beobachtet seit 2008 verschiedene Altersgruppen deutscher Schüler. Die Forscher verglichen die Noten, die die Lehrer vergeben hatten, mit den Ergebnissen aus standardisierten Tests. Sie wollten herausfinden, ob bestimmte Schülergruppen Vorteile hatten. Berücksichtigt wurden dabei das Geschlecht, der Body-Mass-Index, der sozioökonomische Status der Eltern und der ethnische Hintergrund der Schüler.

Forscher raten zu weiteren Studien

Laut der „NOZ“ benachteiligen Lehrer besonders Jungen mit hohem BMI aus weniger gut situierten Minderheitenfamilien. Diese erhielten im Durchschnitt schlechtere Noten als Mädchen mit niedrigem BMI aus privilegierten Familien. Gilgen und Nennstiel kommentierten dazu: „Selbst nachdem wir drei verschiedene Kompetenzmassen und den Sekundarschultyp kontrolliert hatten, spiegelten sich in der Benotung noch immer die Verzerrungen von Geschlecht, sozialer und ethnischer Herkunft sowie Körpergewicht wider.“

Die genauen Mechanismen, die zu dieser Verzerrung führen, sind noch nicht vollständig geklärt, erklärt die „NOZ“. Die Forscher raten daher zu weiteren Studien, um die Ursachen der Voreingenommenheit zu ermitteln.

Ungerechte Schulnoten: So gehen Eltern und Schüler richtig vor

Es gibt Wege, um gegen ungerechte Benotung vorzugehen. Gespräche mit Lehrkräften und Vertrauenslehrern sind der erste Schritt. Außerdem sollten Eltern regelmäßig Kontakt zur Schule halten, rät das Familienportal „Familie und Tipps“. Ändert sich die Bewertung trotz Gesprächen nicht, sollten Eltern den Fachbereichsleiter oder Schulleiter einschalten. Ein Rechtsanwalt kann bei langwierigen Konflikten helfen.