Reichensteuer zur Finanzierung von Corona-Hilfen in Argentinien in Kraft

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Sondersteuer für Reiche

In Argentinien ist am Freitag eine Sondersteuer für Reiche zur Finanzierung von Corona-Hilfen in Kraft getreten. Die Abgabe für die rund 12.000 reichsten Menschen des Landes soll kleine Unternehmen und sozial Schwache in der Corona-Krise unterstützen. Die Regierung von Präsident Alberto Fernández hofft, mit der Maßnahme 300 Milliarden Pesos (rund drei Milliarden Euro) einnehmen zu können.

Im Dezember hatten 42 Senatoren die Abgabe für Menschen mit einem Vermögen von mindestens 200 Millionen Pesos (rund zwei Millionen Euro) gebilligt. 26 Senatoren stimmten dagegen. Zuvor hatte die Abgeordnetenkammer des südamerikanischen Landes das Gesetz bereits verabschiedet.

Ab Freitag ist die staatliche Steuerbehörde berechtigt, die fälligen Beträge zu berechnen und einzufordern. Die in Argentinien als "Millionärssteuer" bezeichnete Abgabe wird einmalig erhoben. Laut Gesetz müssen die Reichen eine Steuer von bis zu 3,5 Prozent auf ihr Vermögen im Inland und bis zu 5,25 Prozent auf ihr Vermögen im Ausland zahlen.

Die Regierung will nach eigenen Angaben 20 Prozent der Einnahmen für die medizinische Versorgung im Land nutzen. Der Rest soll an Unternehmen, Stipendien für Studenten sowie in soziale Entwicklungsmaßnahmen fließen.

Das 44-Millionen-Einwohner-Land ist schwer von der Corona-Pandemie betroffen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden seit Pandemie-Beginn mehr als 1,9 Millionen Ansteckungen registriert, etwa 47.000 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Durch die Pandemie ist die Armut in dem Land, das seit 2018 gegen eine Rezession kämpft, weiter gestiegen. Argentinien hat eine Arbeitslosenquote von 11,7 Prozent.

gap/jes