Reist Pelosi nach Taiwan? Deutliche Reaktion aus Peking erwartet

Reist sie nach Taiwan oder nicht? Bei der Asien-Reise der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, geht es vor allem um die Frage, ob sie die Insel im Ostchinesischen Meer besucht. Amerikanische und taiwanesische Medien berichten unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, dass Pelosi es wagen will, trotz der deutlichen Warnungen aus Peking.

Peking: "Die Volksbefreiungsarmee wird niemals tatenlos zusehen"

Die Volksrepublik China werde starke Maßnahmen zur Verteidigung ihrer Souveränität und territorialen Integrität ergreifen, so der chinesische Außenamtssprecher Zhao Lijian. "Wir möchten die USA noch einmal warnen, dass wir voll und ganz vorbereitet sind und warten. Die Volksbefreiungsarmee wird niemals tatenlos zusehen."

China-Expertin rechnet mit bisher ungekannter Provokation

Laut der Asien-Expertin Bonnie Glaser vom "German Marshall Fund" könnte China so deutlich werden wie bisher noch nie zuvor: "Die Chinesen haben einige Male sehr deutlich gewarnt. Ich rechne damit, dass sie etwas noch nie zuvor Dagewesenes tun werden. 1996 haben sie Raketen in Richtung Taiwan abgefeuert, was sehr gefährlich war. Damals hatten sie nur begrenzte militärische Kapazitäten. Ich denke, dass sie dieses Mal noch mehr provozieren werden, vielleicht mit einem Flugzeug in Taiwans Luftraum eindringen, der sich innerhalb der 12-Meilen-Zone befindet. Das haben sie bisher noch nie getan."

Auch in Taiwan will man militärische Stärke zeigen und führte in den vergangenen Tagen Militärübungen durch. Das demokratische Taiwan versteht sich seit Langem als unabhängig. Peking hingegen sieht es als Teil der Volksrepublik und lehnt offizielle Kontakte anderer Länder zu Taipeh entschieden ab.

Seit Jahrzehnten ist kein Politiker oder Politikerin von Pelosis Rang nach Taiwan gereist. Die 82-jährige Demokratin ist die Nummer Drei der US-Politik. Sie hat für ihre Asienreise keinen genauen Reiseplan veröffentlicht. Am Montag reiste sie nach Singapur.Weitere angekündigte Stationen sind Malaysia, Japan und Südkorea. Taiwan steht nicht auf dem Plan, Pelosi hat jedoch schon länger vor, die Insel zu besuchen, um damit ein Zeichen gegen die Drohungen aus Peking zu setzen.

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