Rekord: Tesla hat im Jahr 2020 eine halbe Million Autos verkauft

de.info@motor1.com (Stefan Leichsenring)
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Tesla Model 3
Tesla Model 3

Elon Musk hat mal wieder eine Prognose eingehalten – zumindest fast

Tesla-Chef Elon Musk ist dafür bekannt, dass sich so manche optimistische Prognose aus seinem Munde als unrealistische Versprechung entpuppt. Doch im Jahr 2020 hat Musk geliefert, das muss man ihm zugestehen: Wie prognostiziert, hat Tesla im vergangenen Jahr eine halbe Million Autos verkauft. Zumindest, wenn man ein klein wenig großzügig ist und einen ein paar Autos zu wenig nicht stören.

Laut Tesla-Pressemeldung vom 2. Januar wurden im Gesamtjahr 2020 genau 499.550 Autos ausgeliefert, also gerade mal 450 Stück weniger als prognostiziert. Die weit überwiegende Zahl, nämlich 442.511 Stück oder 89 Prozent, waren Mittelklassemodelle, also Model 3 und Model Y. die Quasi-Punktlandung ist umso bemerkenswerter, als Musk seine Prognose schon abgab, bevor die Werke in Shanghai und Kalifornien wegen der Pandemie schließen mussten.

Produziert wurden im Jahr 2020 genau 509.737 Stück, also nur wenig mehr als ausgeliefert wurden. Auf Halde produziert Tesla also nicht. Ein Wunder ist das eigentlich nicht, denn es gibt nach wie vor eine Wartezeit für Besteller, auch wenn sie mit einem Monat nicht lang ist. Laut Website erhält man ein Model 3 im Februar, wenn man jetzt bestellt. Beim Model Y wird im Tesla-Konfigurator nur eine Auslieferung "Anfang 2021" versprochen.

Die Wartezeit könnte sich verkürzen, wenn das neue Produktionswerk in Grünheide bei Berlin in Betrieb geht. Ab Frühjahr 2021 sollen dort zunächst das neue Model Y für Europa und später auch das Model 3 produziert werden, daneben Batterien und Antriebsstränge. Als (inoffizielles) Ziel gilt ein Volumen von 500.000 Autos pro Jahr; anfangs sollen 150.000 Tesla-Modelle jährlich vom Band rollen.

Die Auslieferungszahlen bedeuten nicht nur, dass Tesla seine Auslieferung kontinuierlich steigern kann. 2019 waren es 367.500 Fahrzeuge, im Jahr zuvor 2. Sondern vor allem, dass das Angebot auf Nachfrage trifft, was von einigen Analysten lange bezweifelt wurde. Der geringe Puffer zwischen produzierten und ausgelieferten Teslas zeigt auch, dass das Unternehmen Angebot und Nachfrage recht gut ausbalancieren kann, also nicht auf Halde produzieren muss.

Im Jahr 2019 hatte Tesla noch eine Zahl von 367.500 ausgelieferten Fahrzeugen verkündet, noch ein Jahr vorher waren es 245.240 Stück. Tesla steigert seine Jahresproduktion also kontinuierlich. Schreibt man diese Zahlen linear fort, müsste Tesla 2021 bei etwa 620.000 Fahrzeugen landen. Beobachter wie etwa die Wirtschaftswoche trauen Tesla auch 750.000 oder 850.000 Stück zu, zumal Musk demnächst auch die Produktion des Cybertruck und des Semi in Texas beginnt und die erwähnte Gigafactory bei Berlin hinzukommt.

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Allerdings: Selbst wenn Musk die Produktion von einer Million Autos schaffen würde, bliebe Tesla im Vergleich zu den traditionellen Autokonzernen ein kleiner Fisch. Denn Volkswagen als absatzstärkster Konzern kam im Jahr 2019 auf knapp 11 Millionen Auslieferungen. Interessant ist aber auch, dass die Börse den Wert der beiden Unternehmen völlig anders einschätzt: Der Börsenwert von Tesla liegt derzeit bei rund 550 Milliarden Euro, der des VW-Konzerns aber bei nur 82 Millionen Euro und auch Toyota kommt nur auf 205 Millionen Euro Marktkapitalisierung.


Source: Tesla