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Renten steigen ab Juli um 4,57 Prozent - erstmals bundeseinheitliche Anhebung

Die Renten in Deutschland steigen zum 1. Juli um 4,57 Prozent. Erstmals erfolgt die Anhebung nun bundeseinheitlich in Ost und West. (BARBARA SAX)
Die Renten in Deutschland steigen zum 1. Juli um 4,57 Prozent. Erstmals erfolgt die Anhebung nun bundeseinheitlich in Ost und West. (BARBARA SAX)

Die Renten in Deutschland steigen zum 1. Juli um 4,57 Prozent. Wie das Bundessozialministerium am Dienstag mitteilte, liegt die Rentenanpassung damit "im dritten Jahr in Folge oberhalb von vier Prozent". Die Erhöhung erfolgt zum ersten Mal bundeseinheitlich, nachdem der Rentenwert im Osten im vergangenen Jahr bereits den West-Wert erreicht hat. Für eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren bedeutet die Rentenanpassung demnach einen Anstieg um 77,40 Euro im Monat.

Bundesarbeits- und sozialminister Hubertus Heil (SPD) nannte die Erhöhung "eine gute Nachricht für die Rentnerinnen und Rentner". Sie sei möglich durch einen starken Arbeitsmarkt und gute Lohnabschlüsse, die in die Entscheidung zur Rentenanpassung einfließen.

Mit Blick auf erstmalige bundeseinheitliche Anhebung sprach Heil von einem "Meilenstein" 34 Jahre nach der Deutschen Einheit. "Arbeit ist in Ost und West mit Blick auf die Rente gleich viel wert", betonte der Minister.

Damit die Altersbezüge auch künftig für alle verlässlich blieben, würden sie nun durch die Reform über das Rentenpaket II stabilisiert, sagte Heil weiter. Es werde die gesetzliche Rente "dauerhaft und entlasten gleichzeitig mit dem Generationenkapital die zukünftigen Beitragszahler".

Damit werde sichergestellt, "dass auch die junge Generation zukünftig vom Wachstum profitiert", betonte der Minister. Denn stabile Renten seien "kein Luxus, sondern seit Jahrzehnten Grundlage unserer sozialen Marktwirtschaft und Garant für Stabilität und sozialen Frieden".

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) betonte: "Gute Beschäftigung und ordentliche Lohnerhöhungen bringen gute Rentenerhöhungen." Ein Rentenniveau von 48 Prozent bringe heutigen wie künftigen Generationen höhere Renten, erklärte Vorstandsmitglied Anja Piel. Sie forderte, die Bundesregierung müsse "das Rentenniveau bis 2039 stabilisieren und ihren Gesetzentwurf dazu schnell verabschieden".

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) begrüßte die Rentenanpassung. "Es sind erfreuliche Nachrichten, dass die Renten in diesem Jahr stärker als bisher angenommen um 4,57 Prozent steigen werden – im Osten wie im Westen des Landes", sagte die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier den Funke-Zeitungen. "Trotz der Erhöhung bleiben wir bei unserer Forderung nach Zahlung einer Inflationsprämie für Rentnerinnen und Rentner." Zudem forderte Engelmeier perspektivisch eine Anhebung des Rentenniveaus auf 53 Prozent.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Kurth erklärte: "Gute Tarifabschlüsse mit ordentlichen Lohnerhöhungen sind die Basis für gute Renten." Eine dauerhafte Stabilisierung des Rentenniveaus sei aber nur möglich, wenn das Erwerbspersonenpotenzial voll ausgeschöpft werde. "Hierzu gehören eine weiterhin steigende Erwerbsbeteiligung Älterer, die Steigerung der Frauenerwerbstätigkeit, die Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen und die Integration vieler Geflüchteter in den Arbeitsmarkt."

Die Linke bekräftigte ihre Forderung nach der Rückkehr zu einem Rentenniveau von 53 Prozent. Es gehe darum, "endlich eine Erwerbstätigenversicherung einzuführen, in die auch die Beamten, Selbstständigen, Freiberufler und allen voran wir Bundestagsabgeordnete einzahlen", erklärte der Linken-Bundestagsabgeordnete Matthias Birkwald.

cha/mt