Reporter ohne Grenzen: Mehr als 30 Journalisten seit Jahresbeginn getötet

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Christophe Deloire im RSF-Büro in Paris
Christophe Deloire im RSF-Büro in Paris

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hat die Tötung von weltweit mehr als 30 Medienschaffenden seit Jahresbeginn beklagt. Anlässlich des Welttags der Straffreiheit für Verbrechen gegen Journalisten forderte die Organisation am Montag die Schaffung eines UN-Sonderbeauftragten für den Schutz von Journalisten. UN-Generalsekretär António Guterres müsse das letzte Jahr seiner Amtszeit dafür nutzen, Medienschaffende besser zu schützen, erklärte RSF-Generalsekretär Christophe Deloire. 

Insgesamt wurden laut der Organisation seit Januar 29 Journalisten sowie drei weitere Medien-Mitarbeiter getötet. Den Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren führte RSF vor allem auf die Corona-Pandemie zurück. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Zahl mit 49 getöteten Journalisten weltweit vergleichsweise niedrig gelegen. Insbesondere in Krisengebieten ging die Zahl der Tötungen zurück - laut RSF, weil immer weniger Reporter in solche Regionen reisen. 

Die Corona-Pandemie habe massive Auswirkungen auf die Arbeit von Journalisten, erklärte Deloire. Zwar seien weniger Medienschaffende getötet worden. Der Druck auf Journalisten habe allerdings noch zugenommen. "Die Bedrohungen werden immer facettenreicher und sind immer schwieriger zu bekämpfen", fügte er hinzu.

In den vergangenen zehn Jahren habe seine Organisation insgesamt fast tausend Fälle registriert, in denen Journalisten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet wurden, erklärte Deloire weiter. "Viele dieser Fälle wurden nie ordnungsgemäß untersucht und die Täter nie zur Verantwortung gezogen", beklagte der RSF-Generalsekretär, der als Grund dafür auch ein "Fehlen wirksamer internationaler Mechanismen" ausmachte.

isd/mkü