Ein Revolutionär seiner Kunst: Das sind die DVD-Highlights der Woche

teleschau
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"Cunningham", "Port Authority" und "Der Geburtstag": Das sind die DVDs und Blu-rays der Woche.

Auch für Freunde von Tanz und Theater war 2020 wahrlich kein gutes Jahr: Wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Auflagen blieben kleine wie große Spielstätten, vom Kellertheater bis zur Staatsoper, die meiste Zeit geschlossen. Ein Glück, dass es immer noch das Heimkino gibt. Bereits 2019 hat die russische Regisseurin Alla Kovgan das bewegte Leben des US-amerikanischen Starchoreografen Merce Cunningham verfilmt. Der 2009 verstorbene Künstler wäre damals 100 Jahre alt geworden. Der Film "Cunningham" ist nun ebenso wie "Port Authority" und "Der Geburtstag" auf DVD und Blu-ray erhältlich.

"Cunningham" (bereits im Handel erhältlich)

Er gilt als einer der experimentierfreudigsten Choreografen des 20. Jahrhunderts: Der US-Amerikaner Merce Cunningham hat die moderne Tanzsszene wie kaum ein anderer geprägt. Zehn Jahre nach seinem Tod hat die russische Regisseurin Alla Kovgan dem Ausnahmekünstler einen Dokumentarfilm gewidmet: "Cunningham" fokussiert sich auf die Anfänge seiner Karriere. Beginnend in den 1940er-Jahren, als Cunningham in New York zunehmend berühmter wurde und seine eigene Company gründete, bis ins Jahr 1972, dem Höhepunkt seines Erfolgs. Neben zahlreichen Archivaufnahmen, sowohl von Cunningham als auch seinen berühmten Wegbegleitern, wie dem Komponisten John Cage, zeigt der Film einige seiner Choreografien, die von den letzten Mitgliedern seiner ehemaligen Company nachgetanzt wurden.

Preis DVD: circa 14 Euro

D/FR/USA 2019, Regie: Alla Kovgan, Laufzeit: 87 Minuten

"Port Authority" (bereits im Handel erhältlich)

Darf eine weiße Regisseurin einen Film über die schwarze Ballroom Culture drehen? Noch dazu mit einem weißen englischen Bubi in der Hauptrolle? Ja, darf sie - zumindest, wenn sie das so einfühlsam und so ehrlich interessiert macht wie Danielle Lessovitz in ihrem Film "Port Authority". Einem Mainstreampublikum bekannt wurde das Ballroom-Phänomen 1990 durch den Dokumentarfilm "Paris Is Burning" der (weißen) Regisseurin Jennie Livingston. Der gefeierte Film ging mitten hinein in die queere Gegenkultur der New Yorker Afroamerikaner und Latinos, die sich zu nächtlichen Bällen trafen, ihre Auftritte in Drag bewerteten und die sich zu sogenannten "Houses" zusammenschlossen - Ersatzfamilien für die oftmals von der Gesellschaft Verstoßenen. Dass diese Subkultur bis heute überlebt hat, zeigt nun der tolle Spielfilm "Port Authority". Fionn Whitehead, bekannt aus "Dunkirk" und "Roads", spielt einen jungen Mann, der in New York strandet und unversehens hineinschlittert in diese schrille Gegenkultur. Dann verliebt er sich in die transsexuelle Wye (Leyna Bloom), ohne zu ahnen, dass sie im Körper eines Mannes geboren wurde.

Preis DVD: circa 20 Euro

US/FR, 2019, Regie: Danielle Lessovitz, Laufzeit: 94 Minuten

"Der Geburtstag" (bereits im Handel erhältlich)

Seit ihrer Trennung diskutieren Matthias (Mark Waschke) und Anna (Anne Ratte-Polle) unentwegt. Größter Streitpunkt ist Matthias' Umgang mit seiner Vaterrolle. Ständig schiebt er seine Arbeit vor und nimmt sich Zeit für seine neue Freundin Katharina (Anna Brüggemann), während sein siebenjähriger Sohn Lukas (Kasimir Brause) in die Röhre schaut. Selbst an Lukas' Geburtstag bringt er Anna damit auf die Palme. Doch nach der Feier erwartet die Streithähne ein ganz anderes Problem: Die Eltern von Lukas' neuem Schulfreund Julius (Finnlay Jan Berger) scheinen ihren Sohn vergessen zu haben und sind nun seltsamerweise nicht mehr zu erreichen. Wohl oder übel bricht Matthias mit dem fremden Jungen auf, um ihn so schnell wie möglich zu Hause abzuliefern. "Der Geburtstag" etabliert ein keineswegs ungewöhnliches familiäres Konfliktszenario, bekommt durch die Schwarz-Weiß-Bilder allerdings sehr schnell eine leicht mysteriöse, existenzialistische Färbung.

Preis DVD: circa zwölf Euro

D, 2019, Regie: Carlos A. Morelli, Laufzeit: 80 Minuten