Londoner Richter erlaubt Ärzten Beendigung lebenserhaltender Maßnahmen für Baby

Ein belgisches Gericht hat ein Elternpaar schuldig gesprochen, weil es seinem Baby ohne einen Arzt zu konsultieren nur pflanzliche Milchalternativen gab, bis es mit sieben Monaten an Mangelernährung starb

Nach dem Urteil ertönte ein verzweifelter Schrei im Londoner Gerichtssaal: "Nein!", dann brachen Connie Yates und Chris Gard in Tränen aus. Richter Nicholas Francis hatte soeben entschieden, dass die Ärzte ihres acht Monate alten, schwer kranken Sohnes die lebenserhaltenden Apparate abschalten sollen. Charlie Gard solle "in Würde" sterben dürfen, urteilte Francis am Dienstag.

Der Säugling leidet an einer seltenen genetischen Krankheit, sein Gehirn ist stark geschädigt. Die vom Gericht befragten Experten halten eine Heilung für ausgeschlossen. Die Eltern reagierten fassungslos auf das Urteil. Sie wollten Charlie mit einer Versuchsmethode in den USA behandeln lassen und sammelten dafür im Internet bereits umgerechnet 1,4 Millionen Euro an Spenden.

Die Anwältin der beiden, Laura Hobey-Hamsher, sagte, ihre Mandanten seien "am Boden zerstört". Sie überlegten, in Berufung zu gehen.

Die Ärzte am Londoner Great Ormond Street Hospital hatten das Gericht gebeten, sie die Apparate ausschalten zu lassen, die das Baby künstlich am Leben hielten. Richter Francis hatte den an einer mitochondrialen Krankheit leidenden Säugling in der Klinik selbst in Augenschein genommen.

Bei der Urteilsverkündung dankte er Charlies Eltern für deren "mutige und würdevolle Kampagne, die sie in seinem Namen geführt haben". Zugleich würdigte er ihre "absolute Hingabe für ihren wunderbaren Jungen". Sein Urteil habe er "sehr schweren Herzens", aber "restlos überzeugt" getroffen, sagte Francis.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen