Richter vertagen Entscheidung zu Ermittlungen gegen Strauss-Kahn

Anwälte von Ex-IWF-Chef wollen Verfahren einstellen lassen

Der Fortgang der Ermittlungen gegen Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn im Zusammenhang mit einer Callgirl-Affäre bleibt weiter offen. Ein Berufungsgericht im nordfranzösischen Douai vertagte seine für Mittwoch erwartete Entscheidung über einen Antrag von Strauss-Kahns Anwälten auf den 19. Dezember, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Das Gericht muss darüber entscheiden, ob das Ermittlungsverfahren wegen bandenmäßig organisierter Zuhälterei fortgeführt oder eingestellt wird. Auch mehrere weitere Verdächtige fordern eine Einstellung der Ermittlungen gegen sie.

Gegen Strauss-Kahn läuft seit März ein Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Sex-Partys, an denen "DSK" unter anderem in Paris und Washington teilnahm. Der 63-Jährige beteuert, er habe nicht gewusst, dass die Frauen Prostituierte waren. Vorermittlungen gegen den einstigen Hoffnungsträger von Frankreichs Sozialisten wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen Vergewaltigung eines belgischen Callgirls in der gleichen Affäre wurden Ende September eingestellt. Die Frau hatte ihre gegenüber Ermittlern gemachten Vorwürfe zurückgezogen; Anzeige hatte sie nie erstattet.

Strauss-Kahn war im Mai 2011 als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgetreten, nachdem er in New York wegen Vergewaltigung angeklagt worden war. Ein Zimmermädchen beschuldigt den 63-Jährigen, sie in einem New Yorker Luxushotel zum Oralsex gezwungen zu haben. Ein Strafprozess in den USA wurde schließlich fallengelassen, da die New Yorker Staatsanwaltschaft Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Hotelangestellten hatte. Der Zivilprozess läuft noch.