Riesen-Verwirrung bei "Let's Dance": Warum fehlte Laura Müllers Tanzpartner?

Christina Raftery

Gerüchte um revoltierende Profitänzer bestimmten das Vorfeld der fünften "Let's Dance"-Show. Was die "letzte verbliebene Live-Sportsendung im deutschen Fernsehen" (Moderator Daniel Hartwich) zeigte, war "The Show Must Go On" - wenn auch ohne Publikum, auf Abstand und mit ersten Personalausfällen.

Riesen-Verwirrung bei "Let's Dance": Warum fehlte Laura Müllers Tanzpartner?

Zum Auftakt eine undurchdringliche Glaswand, umtanzt von den Profitänzern Kathrin Menzinger und Andrzej Cibis: Beeindruckendes Symbol für den unsichtbaren Grund einer bislang unvorstellbaren gesellschaftlichen Trennung. "Raus aus dem Alltag, rein ins Tanzvergnügen": Aktuell wirkt das "Let's Dance"-Motto da fast zynisch, dennoch gibt es Sehnsucht nach Ablenkung.

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"Ich fnde es gut, dass wir noch etwas anderes sehen können als Corona", schrieb eine Twitter-Userin zu "Let's Dance", ergänzt von einem anderen Fan: "Ich bin sehr dankbar, dass es wenigstens ein bisschen Normalität gibt." Als "völlig falsches Zeichen" wertete es jedoch ein Facebook-User: "Menschen, die Tanzen lieben oder sogar davon leben, verzichten seit Wochen darauf. Und hier wird einfach weiter gemacht ..." Angeheizt wurde die Diskussion in den letzten Tagen zusätzlich durch die angebliche Palastrevolte einiger Profitänzer, die sich laut Medienberichten durch die Produktionsbedingungen nicht weiter gesundheitlichen Risiken aussetzen wollten.

Jorge schießt den Vogel ab: Von der Waschstraße in den Zirkus

Glamouröser Eskapismus versus fahrlässige Gefährdung: Die Wogen brausten auf, aber schlugen im Netz längst nicht so hohe Wellen wie das eigentliche Thema des Abends - Jorge González' ausladende Frisur, ein Haar gewordener Zwei Meter-Abstand. Die Extravaganz des Jurors wurde deutlich häufiger kommentiert als die Krise. "Habe ich zuletzt in der Autowaschanlage gesehen", "Langflorteppich", "Frechheit" lauteten entsetzte Kommentare, bis hin zu "der sollte in den Zirkus gehen."

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Dort allerdings würde er schnell von Lili Paul-Roncalli in den Schatten gestellt, die an diesem Abend zeigte, worum es in "Let's Dance" eigentlich geht: Tanzkunst vom Feinsten. Mit ihrem Partner Massimo Sinato zeigte sie zu "Je Suis Malade" von Lara Fabien einen emotionalen Langsamen Walzer, erreichte damit die Höchstwertung und wurde von Motsi Mabuse zur "Königin der Haltung" erklärt. Lebensfreude, "die mich durch die nächste Zeit bringen wird" (Mabuse) brachten Tijan Njie und Kathrin Menzinger mit ihrer Samba zu "König der Löwen" (28 Punkte). Moritz Hans' einziger Fehler beim Quickstep mit Renata Lusin (25 Punkte) war, dass er "noch nachdachte" (Joachim Llambi), während Luca Hänni und Christina Luft mit einem Hollywood-reifen Slowfox (22 Punkte) das Feld potentieller Finalpaare abrundeten.

Verwirrung um Laura Müller: Partnerwechsel in Zeiten von Corona

Ein Feld, das sich auch abseits der Wertungen ausdünnt: Durch einen Krankheitsfall in John Kellys Familie mussten er und Tanzpartnerin Regina Luca Abschied nehmen. Und wo war Christian? Während Kelly durch Loiza Lamers' Wiedereinstieg ersetzt wurde, sah sich Polanc-Partnerin Laura Müller wenige Stunden vor der Live-Show plötzlich mit einem neuen Partner wieder, dem ultraspontan angereisten, in der zweiten Show mit Steffi Jones ausgeschiedenen Robert Beitsch.

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Hat die Wendler-Freundin Polanc im Training erneut zur Weißglut gebracht? Ist er der Anführer der streikbereiten Tänzer? Oder gibt es gar Anlass zu gesundheitlicher Sorge? Lediglich unpässlich sei er, so Polancs kurze Videobotschaft, die viel Raum für Spekulationen ließ. Er werde "voraussichtlich" nächste Woche zurückkehren? Was folgte, war ein äußerst respektabler Contemporary zu "Hijo de la Luna", den das neue, erstaunlich gut funktionierende Paar in lediglich zwei Stunden einübte. "Das in der kurzen Zeit zu machen in der Qualität, da zolle ich meinen größten Respekt", lobte Joachim Llambi den Blitzrückkehrer, tadelte jedoch die Partnerin: "Laura, bei dir war es nicht so stark wie die letzten zwei Male."

Hartwichs wage Aussicht: "Dann vielleicht bis nächste Woche"

"Ich tanze nicht für die Jury, sondern für die Nation", gab sich Sükrü Pehlivan noch nach seinem Wiener Walzer mit Alona Uehlin ("Du sollst Schwanenflügel haben, keine Chicken Wings") selbstbewusst, aber beide ließen den "Die Superhändle"-Moderator schließlich im Stich: Für ihn war das 90er-Jahre-Special die letzte Show.

"Ich mag sie, aber Tanzen ist nicht ihr Ding" hieß es mehrfach auf Twitter über eine andere Teilnehmerin, und: "Sie ist überbewertet." Weiter gekommen ist trotz vielfacher Netzkritik an ihrem Taktgefühl lka Bessin, der es aber gelang, das Gefühl des Abends in die richtigen Worte zu fassen: "Ich war froh über die Salsa, sie hat mir Lebensenergie gebracht. Ich kann allen nur empfehlen: Macht Mucke an und tanzt, egal wie es aussieht."

"Dann vielleicht bis nächste Woche", verabschiedete sich Daniel Hartwich. Langfristig optimistisch blieb der Moderator in jedem Fall: Die "Let's Dance"-Livetour im November bewarb er, ohne mit der Wimper zu zucken.

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