Robbenbaby schwimmt knapp 500 Kilometer für "Pub-Besuch"

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Ein besonderer Gast hat in einem englischen Pub für Aufsehen gesorgt.

Ein Pub in Bristol hatte jüngst unerwarteten Besuch. (Bild: Peter Bischoff/Getty Images)
Ein Pub in Bristol hatte jüngst unerwarteten Besuch. (Bild: Peter Bischoff/Getty Images)

Die Mitarbeiter des Pubs "The Old Lock and Weir" im Stadtteil Hanham in Bristol staunten am Tag nach Neujahr nicht schlecht, als sich ein ungewöhnlicher Besucher der Lokalität näherte.

"Am Morgen, so um halb zwölf, war ich in der Bar, als unser Koch kam und sagte: 'Wir haben da eine Babyrobbe auf der Slipanlage.' Ich bin gegangen, habe nachgeschaut und - siehe da -, da war eine Babyrobbe", wird Bar-Manager John Jefferies vom Mirror zitiert.

Auf Anweisung der englisch-walisischen Tierschutzorganisation RSCPA schafften es der 41-Jährige und seine Mitarbeiter zunächst, die Robbe weg von Pub und Straße wieder in den Fluss Avon zurückzubekommen. Eine Stunde später stand das Tier aber erneut vor Tür – und dieses Mal vor der echten Eingangstür.

Robbenbaby war gefährlich unterernährt

Ein erneuter Anruf bei den Tierschützern veranlasste diese, sich des Robbenbabys anzunehmen. Die Bitte, die Robbe bis zum Eintreffen der Experten des British Divers Marine Life Rescue Service, einer Wohltätigkeitsorganisation zur Rettung von Meeressäugern, in Schach zu halten, sei in einem "ausgelasteten Pub aber leichter gesagt, als getan" gewesen, wie Jefferies erzählt.

"Sanft" habe man die Robbe in eine Ecke an der Wand gelotst und den Rückweg mit Fässern zugestellt. "Wir haben zusätzlich Wasser in den Bereich geschüttet, um ihn so nass wie möglich zu machen. Und nasse Handtücher auf den Boden und den Rücken der Robbe gelegt."

Die Robbe, die den Namen Neoprene trägt, war erstmals im Juni in Schottland markiert worden und wurde auf maximal ein Jahr geschätzt. Mit nur 14,8 Kilogramm war das Tier gefährlich unterernährt und nicht einmal halb so schwer, wie bei der letzten Untersuchung.

Bar-Besitzer: "Er war schon ein Süßer - und lange unterwegs für ein Bier!"

Zudem hatte das Jungtier wohl eine wahre Odyssee hinter sich: Von der schottischen Grenze bis nach Bristol im Süden Englands sind es auf direkten Weg per Auto bereits 480 Kilometer, je nach Route könnte die Reise von Neoprene also deutlich länger gewesen sein.

Weil die Tierschützer zum Schluss gekommen sind, "dass er sich alleine nicht so gut schlägt und nicht genügend Fische fängt", muss das Tier vielleicht ins Gweek Seal Sanctuary in Cornwall, ein Schutzgebiet für verletzte Robbenbabys. "Wir hoffen, dass er das nicht muss", sagte Jefferies und kündigte an: "Aber falls schon, werden wir ihn adoptieren und finanziell unterstützen."

Wahrscheinlich, so scherzte der Manager, habe Neoprene einfach den schottischen Lockdown-Regeln entkommen und einen Pub besuchen wollen. Bar-Besitzer Daniel Rawlins sagte: "Die Besucher haben ihn geliebt – er war ehrlich gesagt schon ein Süßer. Und er war lange unterwegs für ein Bier!"

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