Rocker-Schießereien in Köln: Polizei-Hundertschaft durchkämmt Shisha-Bar

Am 4. Januar hatten Mitglieder verfeindeter Banden aufeinander geschossen.

Eine Hundertschaft der Polizei hat am Donnerstagabend die Shisha-Bar „In Valentino” am Hohenzollernring durchsucht und Kontrollen durchgeführt. Der Einsatz in Höhe Rudolfplatz steht im Zusammenhang mit den jüngsten Schießereien in Köln zwischen verfeindeten Rockern. Die Polizisten durchkämmten die Bar, verrückten Sessel, Tische und Couch-Garnituren, um möglicherweise versteckte illegale Gegenstände wie Waffen oder andere Beweismittel zu finden. 

Die Bar hatte im August auf den Ringen eröffnet. Während des Umbaus in den Monaten zuvor hatten Unbekannte Schüsse auf die Bar abgegeben. Damals hieß es aus Polizeikreisen, dass die neue Shisha-Bar von einer Frau betrieben werde, die sich im Umfeld der Bandidos bewege. Allerdings beanspruchten die Hells Angels die Kölner Ringe traditionell als ihr Hoheitsgebiet. Zu den Erkenntnissen, die zum Erlass des richterlichen Beschlusses geführt haben sowie zu den Ergebnissen der Durchsuchung nehmen Staatsanwaltschaft und Polizei mit Blick auf das laufende Verfahren vorerst keine Stellung.

Nach den beiden Schießereien in Köln zwischen verfeindeten Rocker-Clans am vergangenen Freitag hat die Polizei angekündigt, mit Nachdruck gegen die Gruppen Bandidos und Hells Angels vorgehen zu wollen. Polizeipräsident Uwe Jacobs hatte in dem Zusammenhang von Zuständen wie im „Wilden Westen” gesprochen und angekündigt, den Kampf gegen die Rocker aufzunehmen. „Nur mit Glück“ sei bislang kein Außenstehender bei den Schießereien getötet worden. Am Mittwoch durchsuchte die Polizei zunächst die Luxus-Wohnung des Kölner Bandidos-Chefs im Rheinauhafen. 

Die Bandidos versuchten derzeit die Macht in Köln an sich zu reißen, sagt Klaus-Stephan Becker, Leiter der Direktion Kriminalität bei der Polizei bei einer Presse-Konferenz zum Thema. Seit Jahren waren die Stadt und die Region Hoheitsgebiet der Hells Angels. Es gebe in Köln jedoch derzeit eine Art „Vakuum“, da die Hells Angels an Einfluss verlören. Die Zahlen des LKA bestätigen die Machtverhältnisse. Demnach stehen in NRW 287 Hells Angels 850 Bandidos entgegen. (sbs/ts)...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta