Rolling-Stones-Schlagzeuger Charlie Watts im Alter von 80 Jahren gestorben

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Charlie Watts von den Rolling Stones

Der Schlagzeuger der legendären britischen Rockband Rolling Stones, Charlie Watts, ist tot. Der 80-Jährige starb am Dienstag "friedlich" im Kreis seiner Familie in einem Londoner Krankenhaus, wie sein Agent Bernard Doherty mitteilte. Watts war seit 1963 Mitglied der Band, die mit Songs wie "(I Can't Get No) Satisfaction" Rockgeschichte geschrieben hat.

"Charlie war ein geliebter Ehemann, Vater und Großvater und als Mitglied der Rolling Stones auch einer der größten Schlagzeuger seiner Generation", erklärte Doherty. "Wir bitten darum, die Privatsphäre seiner Familie, Bandmitglieder und engen Freunde in dieser schwierigen Zeit zu respektieren", fügte er hinzu.

Auf der Bühne war sein Pokerface und der stete Rhythmus ein Gegengewicht zu der Energie des Sängers Mick Jagger und der beiden Gitarristen Keith Richards und Ronnie Wood. Während die anderen Bandmitglieder auch im Privatleben einen Skandal nach dem anderen fabrizierten, lebte Watts mit seiner Frau Shirley Shepherd, mit der er seit über 50 Jahren verheiratet war, zurückgezogen auf einem Araber-Gestüt in einer abgelegenen Gegend in der südenglischen Grafschaft Devon. Das Paar hat eine Tochter und eine Enkelin.

Es sei ein "sehr trauriger Tag", schrieb der britische Popstar Elton John auf Facebook. Er würdigte Watts als "ultimativen Schlagzeuger" und "stilvollsten aller Männer". Der kanadische Rockmusiker Bryan Adams bezeichnete ihn auf Twitter als einen der "größten Rock-Schlagzeuger aller Zeiten und einen echten Gentleman". Der Gitarrist der Rockband Rage Against the Machine, Tom Morello, schrieb auf Twitter: Rock'n'Roll wäre nicht dasselbe "ohne den Rhythmus, den Stil und die Ausstrahlung dieses unglaublichen Musikers".

Charles Robert Watts, wie er mit vollem Namen hieß, wurde am 2. Juni 1941 in London geboren. Im Alter von etwa zehn Jahren entdeckte er den Jazz für sich. Wie es auf der Website der Band heißt, baute er als Junge ein altes Banjo mit Lederbespannung in eine Trommel um. Er hatte nie richtigen Schlagzeug-Unterricht, sondern lernte das Instrument, indem er guten Jazz-Schlagzeugern in Londoner Clubs zuschaute.

Nach einem Kunststudium fand er einen Job als Grafikdesigner und spielte abends in verschiedenen Jazzbands, bevor er 1963 Mitglied der noch in den Anfängen steckenden Rolling Stones wurde. Doch auch als Teil der Rockband pflegte Watts seine Liebe zum Jazz, etwa als Leiter eines Jazz-Quintetts und einer 32-köpfigen Combo namens Charlie Watts Orchestra.

2016 wurde er vom Magazin "Rolling Stone" auf Platz zwölf der besten Schlagzeuger aller Zeiten gewählt. Bereits 2006 hatte ihn das Magazin "Modern Drummer" in die Hall of Fame der Schlagzeuger aufgenommen, an der Seite von Größen wie Ringo Starr von den Beatles und Keith Moon von The Who.

Die Rolling Stones sind seit knapp 60 Jahren aktiv und damit eine der ältesten Rockbands der Welt. Die Gruppe hat mittlerweile 25 Studioalben veröffentlicht, darunter die Klassiker "Beggars Banquet" (1968), "Let it Bleed" (1969), "Sticky Fingers" (1971) und das Doppelalbum "Exile on Main Street" (1972). Obwohl die Mitglieder mittlerweile alle deutlich jenseits der 70 sind, gehen sie noch regelmäßig auf Tour.

Anfang August hatte Watts seine Teilnahme an einer USA-Tournee wegen einer medizinischen Behandlung absagen müssen. Damals hatte ein Sprecher allerdings betont, dass die Behandlung "komplett erfolgreich" verlaufen sei. Zur Art der Behandlung hatte der Sprecher damals keine Angaben gemacht. Watts war in den 1980ern wegen Alkohol- und Heroinmissbrauchs und im Jahr 2004 erfolgreich wegen Kehlkopfkrebs behandelt worden.

Der Gitarrist und Sänger der Beatles, Paul McCartney, sagte dazu in einer Online-Videobotschaft: "Ich wusste, dass er krank war, ich wusste aber nicht, dass er so krank war".

fml/mkü

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