Berliner Politik prägt rheinischen Karneval

1 / 2

SPD-Chef Schulz im Fleischwolf

Das politische Treiben in Berlin hat auch in diesem Jahr wieder den Karneval geprägt: Bei den Rosenmontagszügen in den rheinischen Karnevals- und Fastnachtshochburgen nahmen die Jecken die Bundespolitik aufs Korn. In Köln wurden mehrere Menschen verletzt, als Pferde durchgingen

Das politische Treiben in Berlin hat auch in diesem Jahr wieder den Karneval geprägt: Bei den Rosenmontagszügen in den rheinischen Karnevals- und Fastnachtshochburgen nahmen die Jecken den Absturz von SPD-Chef Martin Schulz genauso aufs Korn wie die schon seit Monaten andauernde Suche nach einer Bundesregierung. Den Zug in Köln überschattete ein schweres Unglück: Mehrere Menschen wurden verletzt, als Pferde einer Kutsche durchgingen.

Die größten Umzüge rollten wieder in Köln, Düsseldorf und Mainz. Hunderttausende Menschen säumten die Straßen. Zum Höhepunkt des Straßenkarnevals feiern dabei traditionell die meisten Jecken in Köln, wo sich der Zug pünktlich um 10.00 Uhr auf seinen acht Kilometer langen Weg durch die Innenstadt machte. Das bunte Treiben stand dort in diesem Jahr unter dem Motto "Mer Kölsche danze us der Reih" - wir Kölner tanzen aus der Reihe.

Am Nachmittag stoppte der Zug kurzzeitig, weil am Appellhofplatz laut Polizei Pferde einer Kutsche durchgingen und mehrere Menschen verletzten. Unklar war zunächst, wie viele Menschen verletzt wurden und wie schwer deren Verletzungen waren. Die Pferde waren einem Polizeisprecher zufolge kurz nach dem Zwischenfall wieder unter Kontrolle.

In Düsseldorf gab es laut Polizei bis zum Nachmittag keine Zwischenfälle. In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt, wo in diesem Jahr unter dem Motto "Jeck erst recht" gefeiert wurde, sorgten wie in jedem Jahr die Motivwagen für besonderes Aufsehen.

Ein Wagen zeigte etwa SPD-Chef Schulz, der sich selbst durch einen Fleischwolf dreht. Auf einem anderen Wagen war die SPD-Fraktionschefin und vermutlich neue Parteichefin Andrea Nahles mit Boxhandschuhen zu sehen. Dazu hieß es: "Genossen, das Ende ist NAHles." Die Aufschriften auf den Handschuhen erinnerten an zwei Sprüche der SPD-Politikerin: "In die Fresse" und "Bätschi".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trat in Düsseldorf als "schwarze Witwe" auf, vor ihr lagen Knochen und Schädel mit den Namen früherer Minister in ihren Regierungen. Ein anderer Wagen erinnerte an das abrupte Ende der Sondierungen über eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen: FDP-Chef Christian Lindner floh darauf als Hase vor der Regierungsverantwortung. Dazu hieß es: "Von tollen Posen - zu vollen Hosen."

In Mainz lautete das diesjährige Fastnachtsmotto "So wie der Mond die Nacht erhellt, strahlt Mainzer Fastnacht in die Welt". Auch in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt prägte die Berliner Politik die Motivwagen. Ein Wagen zeigte etwa SPD-Chef Schulz als Rohrkrepierer. In Mainz blieb es laut Polizei bis zum Nachmittag ruhig.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen