Rotes Kreuz: Bereiten uns auf das Schlimmste in Mosambik vor

Überschwemmungen in der Stadt Buzi

Zehn Tage nach dem verheerenden Wirbelsturm "Idai" befürchtet das Rote Kreuz den Ausbruch lebensgefährlicher Krankheiten in den betroffenen Ländern Mosambik, Simbabwe und Malawi. "Wir sitzen auf einer tickenden Zeitbombe", sagte der Präsident der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRK), Elhadj As Sy, am Montag in Genf. Unterdessen verbesserten sich nach offiziellen Angaben die Bedingungen für die Rettungsmannschaften in Mosambik.

Hunderttausende Menschen seien dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen, sagte der IFRK-Präsident. Besonderes Augenmerk müsse dabei auf Hygiene-Einrichtungen und sauberes Wasser gelegt werden. Es bestehe ein "hohes Risiko für durch Wasser übertragbare Krankheiten" wie Cholera oder Typhus. Die Regierung in Mosambik habe bereits Cholera-Verdachtsfälle registriert. Er könne diese Fälle jedoch noch nicht bestätigen, sagte Sy. "Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor."

Dies könne allerdings immer noch verhindert werden, betonte Sy. "Deshalb schlage ich Alarm. Viele über Wasser übertragbare Krankheiten sind ein großes Risiko, aber sie sind vermeidbar." Ob es zu Epidemien komme, hänge von der Qualität und Schnelligkeit der Hilfe vor Ort ab. Auch die UNO warnte vor der Ausbreitung von Krankheiten.

Mehr als zwei Millionen Menschen sind von den Folgen des Wirbelsturms betroffen, der vor zehn Tagen über das südliche Afrika zog. Die Behörden gehen von mindestens 706 Toten aus, in Mosambik und Simbabwe werden zudem hunderte Menschen noch vermisst.

Die Bedingungen für die Rettungsaktionen verbesserten sich nach Angaben von Mosambiks Umweltminister Celso Correa unterdessen. Am Sonntag sei etwa eine wichtige Straße wiedereröffnet worden, sagte Correa Reportern.

Sebastian Rhodes Stampa von der UN-Behörde für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (Ocha) erklärte, neben 30 Lufteinsätzen seien jetzt auch Hilfslieferungen auf dem Landweg unterwegs. "So können wir wirklich große Mengen liefern." Auch die von "Idai" schwer getroffene mosambikanische Stadt Buzi war am Montag erstmals seit zehn Tagen wieder per Straße erreichbar.

Die Hilfsorganisation World Vision wies auf das Schicksal von mehr als einer Millionen Kinder hin, die von dem Zyklon betroffen seien. Eine unbekannte Anzahl sei von ihren Angehörigen getrennt worden. "Wir müssen jetzt sehr schnell handeln, damit diese Kinder nicht in die Hände von Menschenhändlern fallen", erklärte Australiens World-Vision-Vorsitzende Claire Rogers. Deshalb würden "schnellstmöglich" Schutzzentren für alleinstehende Kinder errichtet.

Die Welthungerhilfe will nach eigenen Angaben 700.000 Euro für die Katastrophengebiete zur Verfügung stellen. Die Organisation geht davon aus, dass die Zahl der Hilfsbedürftigen in den kommenden Wochen noch steigen wird. "Für die nächsten Tage sind vor allem in Mosambik und Malawi neue schwere Regenfälle angekündigt", warnte Generalsekretär Mathias Mogge.