Rotes Rathaus: Auch Berliner Parteien müssen ihre Führungsfragen klären

Der Führungswechsel und die Auswahl von Spitzenleuten gehören ja zu den Königsdisziplinen der politischen Kunst. In der Regel sind sie verbunden mit eher technisch-strategischen Fragen: Wann ist der geeignete Zeitpunkt, einen Nachfolger oder einen Spitzenkandidaten auszugucken und zu präsentieren? Sollte man dazu viele Mitwisser einbinden oder eher eine einsame Entscheidung im viel kritisierten Hinterzimmer treffen? Wie lange im Voraus sollte ein Spitzen-Mensch seinen Abgang ankündigen?

Die akute „Rücktritterits“, die derzeit in Deutschland wütet wie das Coronavirus in China, lässt es mir geboten erscheinen, mich an dieser Stelle diesem Thema mit speziellem Blick auf die Landespolitik zu widmen.

Berlin war ja sozusagen der Vorreiter der aktuellen Welle. Michael Müller hat angekündigt, nicht länger SPD-Landeschef sein zu wollen. Anders, als die kurz darauf mit einer ähnlichen Ankündigung hervorgetretene CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, hat Müller immerhin seine Nachfolge geregelt. Das Duo Franziska Giffey und Raed Saleh wird übernehmen.

Unzufriedene Parteifreunde drängten Müller zum Rückzug

Klar ist, dass Müllers Rückzug nicht ganz freiwillig erfolgte, sondern auch auf Druck der unzufriedenen Parteifreunde. Und alle wissen, dass damit auch der Abgang Müllers als Regierender Bürgermeister angelegt ist. Dass man als Regierungschef auch mit Ausstiegs-Perspektive weitermachen kann, zeigt nicht zuletzt Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch Müllers Vorgänger Klaus Wowerei...

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