ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Erholungstag an den US-Börsen

NEW YORK (dpa-AFX) -Die Anleger sind an den US-Börsen mutiger in eine ereignisreiche Woche gegangen. Nach einer bislang düsteren zweiten Oktober-Hälfte erholte sich der Dow Jones Industrial US2605661048 am Montag schwungvoll vom tiefsten Stand seit Ende März, auf den er am vergangenen Freitag abgesackt war. Über die Ziellinie ging er 1,58 Prozent höher bei 32 928,96 Punkten, wodurch das bisherige Minus im Oktober auf etwa 1,7 Prozent sinkt.

Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 gewann am Montag 1,20 Prozent auf 4166,82 Punkte. Für den überwiegend mit Technologiewerten bestückten Nasdaq 100 US6311011026 ging es um 1,09 Prozent auf 14 335,51 Zähler nach oben.

Die Anleger begrüßten es offenbar, dass der militärische Vorstoß Israels im Gazastreifen begrenzter ausfalle als erwartet, kommentierte Pierre Veyret, technischer Analyst beim Broker Activtrades. Angesichts der angespannten geopolitischen Lage könne die Stimmung aber schnell wieder kippen, zumal eine ereignisreiche Woche mit wichtigen Konjunkturdaten sowie dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Mittwoch bevorstehe.

Der Marktexperte Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets befürchtet eine weitere schwankungsfreudige Woche mit vielen Wendungen und Wirrungen. Als potenziell dafür verantwortlich bezeichnete er neben der Fed die Quartalszahlen von Apple US0378331005 am Donnerstag und den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Hoffnung könnte aus seiner Sicht machen, dass die letzten Oktobertage und der Beginn des Novembers eine der stärksten Perioden des Jahres seien.

Unter den Dow-Werten stellte McDonald's US5801351017 seine Anleger mit Quartalszahlen zufrieden: Die Aktien schlossen in etwa marktkonform mit 1,7 Prozent im Plus. Die Schnellrestaurantkette habe einmal mehr starke Resultate vorgelegt, urteilte Analyst Danilo Gargiulo von Bernstein Research. Dank der Umsatz- und Margenentwicklung sei der Gewinn je Aktie höher ausgefallen als erwartet.

Im Chipsektor sorgte die Berichtssaison hingegen für tiefe Enttäuschung: Nachdem der US-Konzern On Semiconductor US6821891057 mit seinem Quartalsausblick die Erwartungen verfehlte, brachen dessen Anteilscheine um fast 22 Prozent ein. Sie zogen auch andere Branchenwerte mit nach unten: So büßten NXP NL0009538784 5,0 Prozent und Texas Instruments US8825081040 1,8 Prozent ein.

Die Aktien vieler großer Tech-Riesen wie Alphabet US02079K3059, Meta US30303M1027, Microsoft US5949181045, Amazon US0231351067 und Netflix US64110L1061 bildeten an der Nasdaq-Börse mit Kursanstiegen zwischen 1,9 und 3,9 Prozent aber ein Gegengewicht zum schwachen Chipsektor. Auch Apple gehörte wenige Tage vor den erwarteten Quartalszahlen mit einem Kursplus von 1,2 Prozent zur Gewinnergruppe.

Schwere Kursverluste mussten die Anleger von Tesla US88160R1014 einstecken: Hier sackte der Kurs um 4,8 Prozent ab, erstmals seit gut fünf Monaten waren die Aktien wieder unter 200 Dollar zu haben. Zum Thema wurde hier der chinesische Konkurrent BYD, der Tesla als weltweit größtem Verkäufer von reinen Elektrofahrzeugen auf der Spur ist. Das Unternehmen hatte am Montag einen Rekordgewinn für das dritte Quartal bekannt gegeben.

Auffällig waren auch die Aktien von Western Digital US9581021055 mit einem Kurssprung um 7,3 Prozent. Sie zeigten damit eine Gegenreaktion, nachdem die schwindende Hoffnung auf eine Fusion mit dem Kioxia-Konzern zuletzt Spuren im Kurs hinterlassen hatte. Der Speicherhersteller berichtete von einem Quartalsverlust, der weniger hoch ausfiel als erwartet. Gestützt wurde der Kurs aber auch von einer geplanten Aufspaltung in zwei separate Unternehmen für Festplatten- und Flash-Speicher.

Der Euro EU0009652759 notierte im US-Handel zuletzt bei 1,0616 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0605 (Freitag: 1,0541) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9429 Euro gekostet.

Die Kurse von US-Staatsanleihen sanken. Der Terminkontrakt für zehnjährige Anleihen (T-Note-Future) fiel um 0,21 Prozent auf 106,20 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere stieg im Gegenzug auf 4,89 Prozent.