Corona-Auflagen sorgen für ruhige Silvesternacht in Deutschland

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Polizeieinsatz in Berlin-Mitte

Angesichts der strengen Auflagen aufgrund der Corona-Pandemie hat Deutschland eine außergewöhnlich ruhige Silvesternacht erlebt. Aus allen Teilen des Landes meldeten Feuerwehr und Polizei weniger Einsätze als sonst. Die Polizei war bundesweit mit massivem Personalaufgebot unterwegs, um die Einhaltung der Corona-Auflagen durchzusetzen. Trotz der Einschränkungen kam es aber bundesweit wieder zu Bränden und schweren Unfällen beim Feuerwerk. In Brandenburg kam ein 24-jähriger Mann ums Leben.

Wegen der Corona-Pandemie war der Verkauf von Silvesterfeuerwerk in diesem Jahr bundesweit verboten, um die Krankenhäuser vor Überlastung zu schützen. Vielerorts wurden Böller-Verbotszonen eingerichtet.

In Berlin verzeichnete die Feuerwehr insgesamt 862 Einsätze, davon 211 Brände und 556 Rettungsdiensteinsätze. Dies waren allerdings deutlich weniger als im Vorjahr mit insgesamt 1523 Einsätzen. Die Feuerwehr meldete zudem fünf Angriffe auf Einsatzkräfte in der Silvesternacht, beim vorherigen Jahreswechsel waren es 24 gewesen. Laut Polizei wurden in diesem Jahr zudem zahlreiche Fahrzeuge in Brand gesetzt.

Nach Mitternacht waren laut einem Polizeisprecher kurzzeitig vermehrt Menschen auf den Straßen. Vereinzelt sei in den Böller-Verbotszonen unerlaubterweise Pyrotechnik gezündet worden. Die Beamten mussten auch mehrere Menschenansammlungen auflösen.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) zeigte sich insgesamt zufrieden. "Es war die richtige Entscheidung, Pyroverbotszonen einzurichten", erklärte Geisel. Polizei und Feuerwehr hätten zwar immer noch genug zu tun gehabt in der Silvesternacht, aber nicht in dem Ausmaß wie in den vergangenen Jahren. "Die Angst- und Schreckensszenarien der Unkontrollierbarkeit, die von einigen im Vorfeld beschworen wurden, sind nicht eingetreten", hob Geisel hervor.

In Stuttgart kam es zu mehreren Demonstrationen in der Innenstadt. Weil einige Teilnehmer die Abstandsregeln nicht einhielten sowie das Tragen von Masken verweigerten, wurden die Versammlungen aufgelöst.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) kritisierte: "Es ist mehr als bedauerlich, dass Einzelne den Ernst der Lage immer noch nicht begriffen haben." Er hob zugleich hervor, dass die Bevölkerung in der Silvesternacht die Regeln "ganz überwiegend" eingehalten habe.

In mehreren Städten berichteten die Einsatzkräfte von einer insgesamt ruhigen Silvesternacht. Die Feuerwehr München meldete eine "vergleichsweise stille Nacht". Die Polizei Hamburg blickte auf eine im Vergleich zu früheren Jahren "ruhige Silvesternacht" zurück. Die Feuerwehr Frankfurt am Main erklärte, die "üblicherweise arbeitsreichste Nacht des Jahres" sei in einem "sehr ruhigen Rahmen" abgelaufen. Auch in Dresden und Leipzig zog die Polizei eine positive Bilanz der Silvesternacht.

Dennoch kam es auch in diesem Jahr wieder zu Unfällen mit Feuerwerkskörpern. In Rietz-Neuendorf bei Frankfurt/Oder in Brandenburg kam ein 24-jähriger Mann ums Leben, als manipulierte Pyrotechnik direkt in seiner Nähe explodierte, wie eine Polizeisprecherin sagte. Er erlitt demnach schwere Gesichts- und Kopfverletzungen, an denen er noch vor Ort starb.

In Schmalkalden in Thüringen verletzte sich ein 24-Jähriger beim Umgang mit Pyrotechnik schwer. Er erlitt nach Polizeiangaben schwere Verletzungen im Gesicht und muss fürchten, sein Augenlicht zu verlieren.

cax/jes